Küche, nächster Teil

Der Küchenberater ansich versteht sich als Verkäufer.
Ein Verkäufer, der die Träume der gemeinen Hausfrau wahr werden lässt, der sich einfühlsam in das Denken der Küchenfee einfügt und ihr jeden Wunsch von den Lippen abliest.
Und dann kamen wir!
Wir, schon leicht angenervt, das Klischee des Seelenverkäufers vor Augen, die Freude über eine neue Küche war verhalten, denn all das bedeutete, Geldausgeben. Viel Geld ausgeben und war so erstmal  nicht eingeplant.
Sehr großes Möbelhaus, problemlose Terminvergabe, große Erwartungen.
Der erste Berater war sehr freundlich und nett. Die Beratung war gut, er hatte gute Ideen und der Kaffee war lecker.
Er zeigte uns jede Menge Gestaltungsmöglichkeiten und Beispiele, was wir ganz gut fanden. Nach etwa 3 Stunden hatten virtuell viel Geld ausgegeben und verabschiedeten uns mit dem sicheren Gefühl was tolles geplant zu haben.

Ein paar Tage und Überlegungen später, kamen wir zu dem Punkt, dass der aufgestellte Plan zwar ganz toll ist, uns aber Zweifel kamen, ob diese weiße Hochglanzküche mit schiefergrauer Arbeitsplatte denn so gut zu uns passt.
Wir sind eher praktisch unterwegs, es steht auch gerne mal was auf der Arbeitsplatte rum, die jetzige Küche strahlt Gemütlichkeit aus und ist der Mittelpunkt der Wohnung.

Neuer Gedanke, es muss eine Portion Gemütlichkeit integriert werden.
Mit dieser Vorstellung sind wir zum zweiten Beratungstermin gefahren, wieder ein großes Möbelhaus. Hier hatte mein Mann seine erste Küche gekauft und man(n) war zufrieden.
Der Berater war anfangs etwas unwillig, weil wir ihm nicht richtig beschreiben konnten, was wir haben wollen. Irgendwann muss es bei ihm „klick“ gemacht haben und er führte uns  in eine Austellungsküche, die genau das war, was wir suchten. Korpus in hellem Holz, gepaart mit magnolienfarbenen Hochglanz- und Holzfronten. Auf dieser Basis wollten wir aufbauen.
Mit ein paar Klicks am PC fügte er die Schränke in die Zeichnung ein und empfahl Elektrogeräte. Leider sind wir nicht ganz fertig geworden, jedoch reichte das aus um sich schon ein recht genaues Bild von der neuen Küche zu machen.

Mit diesem Wissen nahmen wir am Tag drauf den nächsten Beratungstermin in einem renommierten Küchenstudio wahr.
Eigentlich hatten wir eine sehr gute Meinung von der Beraterin und freuten uns drauf, was sie uns wohl anbieten würde.
Jetzt hatten wir ja vom Vortag noch recht genau vor Augen, was wir haben wollten. Die erste Ernüchterung ließ nicht lange auf sich warten, denn die Beraterin lief trotz vorsichtigem Schubsen nicht in die Richtung, die wir gerne eingeschlagen hätten. Also mussten wir massiver werden, was mir schon total missfiel.
Es war sehr zäh und immer wieder mussten wir sie wieder auf Kurs bringen. Es kristallisierte sich ganz schnell heraus, dass die Dame überhaupt keinen Geschmack besaß und manche Bauteile ziemlich lieblos einplante. Sie ließ uns keine Wahl bei den Elektrogeräten, sie würden ausschließlich mit der Firma xy zusammenarbeiten, die Dunstabzugshaube war ein tiefschwarzes Ding an der Wand………und die Spüle genauso dunkel ausgewählt.
Ich legte mein Veto ein, denn zu der hellen freundlichen Küche gefielen mir dies schwarzen Elemente überhaupt nicht!
„Das Kochfeld ist doch auch schwarz!“ das war ihre Argumentation für die Haube und die Spüle! Punkt, Diskussion erledigt.
Von dem Zeitpunkt an habe ich nichts mehr gesagt und war froh, als endlich Feierabend war.
Wir waren mit der Planung noch lange nicht durch, hatten aber schon eine horrende Summe auf der Uhr, waren schlecht gelaunt, fühlen uns mies beraten und hatten Hunger!
Auf dem Nachhauseweg waren wir uns ziemlich schnell einig, dass wir dort keinen weiteren Termin machen würden. Ich würde sagen, „Chance verspielt!“

So, von wegen, wir planen und kaufen mal eben ne Küche!
Der Zirkus geht weiter!

 

 

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