Strasbourg, Capitale de Noel

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Ja, das isse wirklich!
Opulent, strahlend, festlich, verrückt, blinkend und glitzernd……so lässt sich Strasbourg zur Vorweihnachtszeit beschreiben.
Geplant vor über einem Jahr, ausgelöst durch die Erzählungen einer Kollegin und einen Blogpost, der mich fasziniert hat.
Ich hatte mich noch nie damit befasst, Strasbourg…..ok, ich wusste, das liegt in Frankreich, im Elsaß. Elsaß, da soll man gut essen können und das Warenangebot in den Supermärkten soll Fein- und Leckerschmecker in Verzückung versetzen. Klingt klasse!
Nun gut.
Für 2016 war die Zeit zu kurz zum Buchen, also mal für 2017 planen.
Hotels zu dieser Zeit unverschämt teuer oder du bist soweit ausserhalb, dass es keinen Spaß macht.
Also schauen wir bei Ferienwohnungen in Schlagdistanz zur Innenstadt, möglichst mit Anbindung durch die öffentlichen Verkehrsmittel in der Nähe. Du willst ja auch dein Auto irgendwo abstellen ohne dich groß um Parktickets etc kümmern zu müssen. Mit jedem dieser Punkte dezimiert sich das Angebot. Der finale Schlag ist, wenn du 2 Zimmer brauchst und mit 4 Personen anreist.

Ich bin fündig geworden. Wir haben über die Plattform Fewo schon viele Unterkünfte gebucht und somit hatte ich keine Bange, dass das nicht klappt. Die Konversation mit dem Besitzer war unproblematisch und sehr freundlich.
Check:
– 2 Zimmer
– mit Frühstück
– Parkplatz
– Tram Haltestelle unweit
– 3 Haltestellen bis zur Innenstadt
– notfalls Bäcker und kleiner Supermarkt um die Ecke

Endlich war es soweit.
Ein verlängertes Wochenende, von Freitag bis Sonntag. 4 gut gelaunte Personen mit kleinem Gepäck und großen Kühltaschen machten sich auf den Weg.
Die Anreise verlief problemlos, erster Stop ein großes Einkaufszentrum mit riesigem Supermarkt.
Aaaaaaaaaaah, das Warenangebot übertraf meine Erwartungen. Problemlos hätte man hier viel Geld ausgeben können.
Die Franzosen verstehen was von Genuß. Alleine das  Angebot an Käsesorten, Wurst und Pasteten, Brot, Baguette und Patisserie war der Knaller. Der Duft von frisch gebackenem Brot, das machte schon Laune.
Es wanderten einige Käsesorten, Wein und andere Leckereien in den Einkaufskorb, bevor es zum zweiten Supermarkt ging.
Der Markt war kleiner aber nicht minder gut ausgestattet. Auch hier haben wir uns mit allerlei Leckereien eingedeckt.
Nun aber schnell zur Unterkunft, die nicht weit entfernt war.
Wir wurden dort sehr herzlich empfangen und konnten unser Auto auf dem Garagenhof abstellen. Sehr schön.
Kurz die Zimmer verteilt, frisch gemacht und schon waren wir auf dem Weg nach Petit France.
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Es war schönes Wetter, also gingen wir zu Fuß. Die Empfehlung des Vermieters lag ganz klar auf der Hand. Lieber heute anschauen, bevor Samstag und Sonntag die Touristenschwärme einfallen.
Es war wunderbar! Die Sonne kam noch raus und bescherte uns perfektes Licht zum Fotografieren.
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Je dunkler es wurde, desto mehr rückte die opulente Beleuchtung in den Vordergrund. Die Fachwerkhäuser waren wunderschön und sehr individuell geschmückt. Ein Haus schöner als das andere, eine Beleuchtung ungewöhnlicher als die andere.
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Wunderbarer Vin Chaud, der im Vergleich zur deutschen Glühweinplörre ein wahrer Gaumenschmaus ist. Knusprig gebackene Brezeln, Hefe Maennele,  wundervolles Pain d´Épice (Lebkuchen) und Gebäck aller Art.
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Während man in Deutschland Handyschalen und anderen nutzlosen Killefit feilgeboten bekommt, stößt man hier auf Kunstgewerbe und wahre Weihnachtsdeko. Eine Wohltat für die Augen.
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Hier reiht sich ein Weihnachtsmarkt an den nächsten. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen und die engen Strassen mit den hübsch geschmückten Häusern verbinden alles zu einem einzigartigen Lichtermeer.
Hier ein paar Impressionen:
strasbourg22strasbourg06strasbourg07Am Freitag war es vergleichsweise ruhig in den Gassen, am Samstag schoben sich die Massen durch, dicht an dicht. Notiz an mich selber und alle, die einen Besuch in Strasbourg planen:
– meidet Samstag und Sonntag
– reserviert rechtzeitig einen Tisch, wenn ihr im Restaurant essen wollt.

Und wie wir so Richtung Münster gehen und noch einen Glühwein trinken, die ganzen Lichter um uns herum, der Duft nach Gebackenem in der Nase, keimt der Wunsch auf, jetzt könnte es doch schneien.
Ohne scheiß, kaum ausgesprochen fing es an zu schneien. Zuerst in dicken Körnern, dann in Flocken…… was geht denn jetzt ab?
Völlig durchnässt, weil wir damit ja nun wirklich nicht gerechnete haben, sind wir in ein sehr nettes Restaurant geflüchtet. Das war am Freitag und wir bekamen problemlos einen freien Tisch im Le Thomasien in Petit France.
Deftige Elsässer Küche und ein wirklich nettes Ambiente bescherten uns einen tollen Abend. Die Bedienungen waren super nett und das Essen schmeckte ausgezeichnet.

Wir Mädels hatten die Röstis in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die Röstis waren geraspelte Kartoffeln in einer Auflaufform, saftig in Soße, sehr lecker gewürzt und schlußendlich mit Käse überbacken. Sehr sättigend und fein! Die Männer hatten Flammkuchen und geschmortes Fleisch mit Kartoffeln. Dazu tranken wir ein zünftiges Weihnachtsbier.
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Preis-Leistung stimmten hier absolut!
Zufrieden, satt und müde sind wir zurück in unsere Unterkunft um gestärkt in den nächsten Tag zu starten.
Unsere Übernachtung beinhaltete auch ein Frühstück. Wir hatten keine großen Erwartungen und wurden mit einem tollen und reichhaltigen Frühstück überrascht. Gemütlich in der Küche der Vermieter sitzend, bei Kaffee, Croissants, Baguette und Käse, Honig, Marmelade und frischem Obst stärkten wir uns für den Tag.
Samstag.
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Busse karrten Touristen an und man bekam kein Bein mehr auf den Boden. Unser Ziel hieß der Laden der Firma : La Belle Iliose, Fischkonserven.
Von dem Erlebnis mit dem vergoldeten (teuren) Sardinenbrot hatte ich ja berichtet. Und wie es der Zufall so wollte befand sich ein Laden in einer der Haupt Einkaufsstrassen. Darauf hatten wir uns wirklich gefreut. Der Laden war nicht sonderlich groß aber fantastisch ausgestattet. Ein Mekka für Freunde der konservierten Meeresbewohner.
Großeinkauf weil, übers Internet sind die Dosen viel teurerer, und die Dosen sehen einfach sensationell aus, das schreit nach Kunst!
Eine kurze Rast in einem sehr coolen Bistro, dem Jeannette et les Cycleux. Mal eben aufwärmen und einen Happen essen, genau das Richtige.
Auch hier war der Glühwein exzellent. Wir bestellten Quiche Lorraine und weil ich es unbedingt mal probieren wollte Foie Gras. Es schmeckte super. Die fröhliche Atmosphäre, die ungewöhnliche Deko und das gute Essen können wir bedenkenlos empfehlen!

Um aus dem Trubel zu entkommen entschlossen wir uns, mal zum Europaparlament zu fahren. Dort angekommen fanden wir das Gebäude nicht gerade weltbewegend und da wir auch keine Besichtigung planten, liefen wir nur mal draussen längst und stiegen wieder in die Bahn Richtung Innenstadt.
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Nach einer kurzen Siesta fuhren wir zum Essen erneut in die Stadt. Tja, das Debakel hätten wir uns sparen können, wenn wir einen Tisch reserviert hätten. Es war voll! Vor den Restaurant lange Warteschlangen und keine Chance auf einen freien Tisch.
Wir suchten ewig und gaben dann auf. Etwas abseits des Trubels stießen wir auf eine kleine Brasserie, die tatsächlich noch einen Tisch frei hatte. Das Essen war so lala, nicht schlecht, aber auch nicht so schmackhaft wie am Abend zuvor. Also traten wir die Heimfahrt an und tranken in unserer Unterkunft noch ein Glas Wein zum Ausklang eines wundervollen Wochenendes.

Kurze Zusammenfassung und Tipps:
– Besuch (zur Weihnachtsmarktzeit) unter der Woche bis maximal Freitag, dann ist es nicht zu voll
– öffentliche Verkehrsmittel sind recht günstig, 24h Ticket oder Gruppeticket
– Tisch im Restaurant vorher reservieren, vor allem, wenn du am Wochenende einen Restaurantbesuch planst
– Käse, Wurst, Gebäck, das sind alles tolle Mitbringsel zu angemessenen Preisen
– Vin Chaud, die leckerste Alternative zu unserem Glühwein!

Wir haben unsere Übernachtungen über Fewo direkt gebucht.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Komfort er haben möchte.
An unserer Unterkunft gab es nichts auszusetzen. Picobello sauber, gut zu erreichen, mit ausgezeichnetem Frühstück und sehr freundlichen und netten Vermietern.

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