Zypern – eine Urlaubsempfehlung

Jetzt hat das Jahr gerade mal angefangen und ich komme mit Urlaub um die Ecke….. ja klar! Man kann nie früh genug anfangen zu Träumen und zu Planen. Und mal ehrlich, wenn du aus dem Fenster guckst, könntest du doch sofort die Koffer packen, oder?

Vielleicht ist meine (wirklich) kleine und knapp gefasste Zusammenfassung ja eine Inspiration für dich. Wenn du Fragen hast, kontaktiere mich.

Im letzten Jahr waren wir für einen Urlaub im Frühsommer irgendwie spät dran. Die Suche nach einem Ziel zog sich.  Und so war es schon Juni, als wir starteten. Das sind gut 4 Wochen später als üblich gewesen. Du sagst jetzt, ja und? Normalerweise ziemlich gute Reisezeit, wenn du aber nach Zypern willst, dann ist Juni schon ziemlich anstrengend.

Fangen wir mal von vorne an.

Warum Zypern?
Schon hin und wieder mal gehört, schöne Bilder gesehen, Reiseberichte von Bekannten verfolgt und letztendlich irgendwie mit Griechenland verbandelt. Das machte uns neugierig.
Ich sage das ganz bewusst so, denn Zypern ist ein ganz eigenes Land mit ganz eigenen Bräuchen und Traditionen. Es wird zwar im griechischen Teil griechisch gesprochen, ist aber mit dem übrigen Griechenland nur in Fragmenten zu vergleichen.
Über den türkischen Teil kann ich nicht viel sagen. Wir waren in Nikosia kurz im türkischen Teil, dazu später mehr.

Wie kommt man hin?
Zypern ist leicht erreichbar. Es gibt zahllose Angebote für Pauschalreisende.
Für Individualreisende gibt es auch hier relativ einfach und ohne große Planung schöne Angebote, denn fast alle Flughäfen bieten Flüge an.
Der Flughafen Larnaca ist der angeflogene Airport.
Dort findet man auch die Autovermietungen. Es empfiehlt sich schon von zu Hause aus den Wagen zu bestellen. Die Abfertigung geht dann recht zügig.
Kleiner Tipp am Rande, nehmt euch Zeit, das Auto vorort kennen zu lernen und zeigt Mängel sofort an. Wir hatten das Problem, dass bei unserem Auto die Airbag-Leuchte permanent brannte. Das Auto wurde gewechselt und wir bekamen eine weitere Gurke. Das Getriebe hatte die besten Zeiten hinter sich, hielt aber für die Dauer des Urlaubs. Die Gänge 1-3 waren Glücksache und wurde jedes Mal von einem beherzten Krachen begleitet. Wir hatten dann einfach auch keine Lust mehr, wieder die 70km von unserem Ort zum Flughafen zu fahren und erneut zu Tauschen.

Wo hin?
Zypern ist relativ groß. Die Entfernung kann man leicht unterschätzen.
Es gibt einen großen Gebirgszug der sich über die Insel zieht. Ausserdem ist Zypern zweigeteilt. In den türkischen Teil kommst du mit den im griechischen Teil gemieteten Autos nicht, nur per Bus oder zu Fuss in Nikosia.
Man kann auch im türkischen Teil Urlaub buchen, dazu kann ich aber keine Angaben machen. Angeblich sind die schönsten Strände im türkischen Teil…..mag sein.
Die Küstenlinie im Süden ist gut 250km lang.
Die Autobahnen sind sehr gut ausgebaut, es gibt auch sehr gut befestigte Strassen Richtung Hinterland, man findet aber auch richtig kleine Strassen zu verschlafenen Dörfern. Alles in allem ist der Strassenzustand gut bis sehr gut, du kommst überall problemlos hin.

Die Touristenzentren liegen zumeist an der Küste. Dort wo es tolle Strände gibt, sind auch sehr viele Bettenburgen zu finden. Die Städte ähneln schnell dem, was man aus allen Touri-Städten kennt: Restaurants, Kneipen, Läden, Trubel, Nachtleben, viele Menschen und Lärm.
Es geht auch viel beschaulicher und ruhiger, wenn man etwas abseits der Piste guckt. Dass die Anfahrt zum nächsten Strand etwas weiter sein könnte kann muss man in Kauf nehmen. Letztendlich ist vom Luxusurlaub bis zum Individualurlaub in privaten Unterkünften alles möglich.
Wir, zum Beispiel, buchen gerne über FeWo.direkt und hatten bislang immer Glück gehabt. Das Schöne ist, man kann ganz gezielt die Ausstattung der Unterkünfte und die Lage selbst wählen und die Webseite spuckt passende Ergebnisse aus.
Bei uns ist das Hauptkriterium immer eine Terrasse mit Grill und mein Mann besteht auf WLAN.

Bevor ich das vergesse, auf Zypern herrscht Linksverkehr, ein Überbleibsel der Briten. Das stellt einen gerade auf den ersten Kilometern vor so manches Problem. Es heisst sich konzentrieren…….links abbiegen kleine Kurve, rechts abbiegen große Kurve.

Was gibt´s zu sehen ?
Kulturell hat Zypern jede Menge zu bieten. Es gibt zahllose Ausgrabungsstätten die die Geschichte Zyperns erzählen. Sagen und Geschichten ranken sich um Plätze wie zum Beispiel die Stelle, an der Aphrodite dem Meer entstiegen sein soll.

Hier hätte ich schon den ersten Tipp: folgt man dem Strand, der Strasse in westlicher Richtung, hat man kilometerlang den Strand für sich. Das Auto lässt man oben an der Strasse stehen und geht (mit festem Schuhwerk) über einen schmalen Pfad zum Strand.

Auch wenn man es nicht glauben mag, zu den größeren Städten, die sich  (bis auf Nikosia) immer am Strand oder Strandnähe befinden, gibt es sehr gepflegte Bademöglichkeiten. Das hat uns erstaunt.
Leider guckt man in Limassol direkt auf eine Bohrinsel…… naja, das Wasser ist trotzdem sauber.

Die Städte haben ihr ganz eigenes Flair. Historische Häuser aus der Kolonialzeit und allerlei hübsche Bauten wechseln sich mit modernem   Baustil ab. Es gibt unglaublich viele nette Cafés und Restaurants. Auch shoppen kann man prima. Uns hat Limassol sehr gut gefallen.
Passt aber auf, wo ihr parkt, die Parkplätze sind limitiert. Es empfiehlt sich entweder ausserhalb zu parken oder die bezahlten Parkplätze aufzusuchen.

An den Stränden findet man immer auch die „Malle“ Atmosphäre, was wir echt blöd finden. Körper an Körper, Restaurants, Fast Food Läden, laute Musik, der Geruch von Sonnenöl und plärrende Blagen.
Ganz furchtbar war Agia Napa, ganz im Osten. Interessant, dass gleich hinter der Stadtgrenze ein ganz anderes Bild auf dich wartet.
Tipp: der Fotospot „Love Bridge“. Eine von Wasser und Wind geformte Naturbrücke. Der Zugang ist etwas beschwerlich und sollte nicht gerade in Flip Flops begangen werden. Wenn nicht gerade ein Schwung Touristen die gleiche Idee hat, ist man da mitunter ganz alleine…..so isses uns passiert.

Tipp2: Gleich gegenüber der Love Bridge ist ein irre schöner Skulpturen-Garten. Meine Empfehlung lautet, gegen Abend da mal hin zu gehen. Dann ist das Licht sensationell.

Nikosia, die geteilte Stadt in griechischen und türkischen Teil, ist sehenswert.
Es gibt einen tollen Bauernmarkt (Costanza Bastion, großer Parkplatz in der Nähe) an der Stadtmauer, der alleine schon wegen seinem  Angebot an Obst und Gemüse wert ist zu besuchen. Es gibt aber noch weit mehr. Grünpflanzen, Honig, Blumen, Haushaltswaren etc…..
Die Stadt innerhalb der Stadtbefestigung ist das eigentliche Schmuckstück. Zu Fuß lassen sich die Gassen super erkunden. Viele Kirchen und Moscheen, historische Bauten, der Erzbischofspalast und vieles mehr kann man besichtigen. Es lohnt sich einen Reiseführer zur Hand zu haben.
Der Grenzübertritt in den türkischen Teil ist an einigen Stellen (Ledras) und nur zu Fuss möglich. Die Kontrolle der Pässe und Ausweise ist, meiner Meinung nach, total überzogen…..erst die Zyprioten, dann die Türken, und zurück wieder die Türken und nochmal die Zyprioten. Das dauert.
Uns hat der türkische Teil nicht so dolle gefallen. Wir mögen die gefakten Klamotten und den ganzen Plunder nicht. Mitnehmen darfste das Zeug eh nicht….. die Moscheen sind ganz schick, in die wenigsten darfste als Frau rein, also auch den Haken dran. Wir waren ganz schnell wieder zurück.

Bei knapp 40 Grad und brennender Sonne war der Ausflug etwas anstrengend.  Also zu Sommerferienzeit würde ich mich nur in den Abendstunden dort wieder hin wagen, wenn überhaupt.
Drei Tipps habe ich direkt parat:
Tipp 1:
Einen fantastischen Blick auf die Stadt, hat man vom Shacolas Tower. Du musst nicht ins Museum gehen und Geld für den Ausblick bezahlen (seitdenn du bist kulturell ambitionierter unterwegs als wir). Gehe einfach ein Stockwerk tiefer zu den Toiletten. Von dort aus ist die Aussicht gratis.

Tipp 2:
Hinter der Faneromenis Kirche gibt es ein kleines Restaurant, das Mattheos, in dem man die echte Mama Küche genießen kann. Kein stylisches Schischi, nein, ehrliche frische und deftige Küche. Wir haben es geliebt. Das ist genau unser Ding. Englisch sprach nur die Tochter ein wenig. Mit Händen und Füßen haben wir uns verständigt und das war echt nett. Den Kaffee und ein Stück Kuchen gab´s auf´s Haus. Echt super!

Tipp 3:
Dann hat´s da die Weaving Mill, quasi eine Art Bücherei. Eine Bücherei nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist ein großer Raum auf zwei Ebenen, der voll ist mit Büchern aller Couleur. Vom Kinderbuch bis zum wissenschaftlichen Fachbuch findet man dort alles. An bequemen aus allen Epochen zusammengewürfelten Sitzgruppen kann man sitzen und so lange in den Büchern stöbern wie man Lust hat. Eine kleine Selbstbedienungstheke sorgt für kühle Getränke oder auch Kaffeespezialitäten und kleine Kuchen. Hier treffen sich die Studenten zum Lernen, Künstler oder die Menschen einfach so zum Austausch. Sehr, sehr coole entspannte Atmosphäre.

Für Wanderer ist das Troodos Gebirge bestens geeignet.
Sehr gute Wanderwege und ein Visitor Center vermitteln dem Besucher die Schönheiten und Besonderheiten von Fauna und Flora. Im Hochsommer ist es hier immer knapp 10 Grad kühler als an der Küste.
Bemerkenswert, skurril und abgefahren ist die Tatsache, dass es oben auf dem Berg einen Skilift gibt. Ja, du hast richtig gelesen, im Winter kannst du morgens Skifahren und mittags Baden gehen. Dazwischen liegen nur knapp 100km.

Tipp: Wenn man Richtung Troodos fährt, kommt man an einigen Wasserfällen vorbei. Wir waren am Restaurant Green Valley (Strasse Nr 88). Das ist ein Privatgelände. Der Besitzer hat ganz liebevoll einen Trail zu den Wasserfällen angelegt. Ein richtig tolles Erlebnis und man ist meist ganz allein da. Das kühle Wasser ist eine Wohltat. Der Besitzer hat uns dann noch Pflaumen geschenkt. Super nett.


Auf dem Weg in die Berge kannst du viele kleine Orte besuchen, in denen jeder zweite ein eigenes Weingut besitzt. Weinproben könne vereinbart werden.
Etwas weiter Richtung Gebirge, auch auf der gleichen Strasse kommt man an den Start des Caledonian Falls Trail. Ausgewiesen als einfach zu laufen, für Kinder geeignet. Wie man sich doch irren kann.
Tatsächlich sind uns „Wanderer“ in FlipFlops und Kindern auf dem Arm begegnet. Im Nachhinein kann ich nur sagen, der Weg ist anspruchsvoll. Festes Schuhwerk ist ein absolutes MUSS. Und jeder Depp, der uns in FlipFlops begegnet ist, dem hätte ich gut und gerne einen Stock nachgeworfen. Unverantwortlich.
Die Wasserfälle waren super schön.

Das Klima
Die beste Reisezeit für uns ist eindeutig der Frühling und der Herbst. Dann sind die Luft- und Wassertemperaturen angenehm.
Im Sommer möchte ich meine Zeit dort nicht verbringen. Viel zu heiss, gerade dann, wenn man kein Strandlieger ist und lieber auf der Insel unterwegs sein möchte.
Im Winter fällt die Temperatur wohl auch nur selten unter 15Grad, was es für Langzeittouristen und Rentner interessant macht.

Die Menschen
Herzlich sind die Menschen hier wie in Griechenland.
Trotzdem haben wir markante Unterschiede festgestellt.
Im übrigen Griechenland freut sich jeder, wenn du ein paar Brocken griechisch sprichst und zumindest dein Essen in griechisch bestellen kannst.
Auf Zypern nimmt man es kaum zu Kenntnis und steigt sofort um auf Englisch. Die meisten sprechen sehr gut Englisch was die Konversation zwar vereinfacht aber leider den Charakter der griechischen Zyprioten vermissen lässt. Es kommt ganz häufig unhöflich rüber, man ist immer irgendwie gestresst.
Wir hatten netten Kontakt mit einer jungen Frau, die als Feuerwehrfrau in Limassol arbeitet und in ihrer Freizeit das Café ihrer Familie in den Bergen betreibt. Mit ihr haben wir sehr lange und ausführlich gesprochen. Der Grund für das Englisch sprechen ist, dass man es den Touristen einfach machen möchte. Naja. So richtig glauben kann ich´s nicht, weil ja doch auch der Ton die Musik macht.
Aber wie sagt man so schön “ wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus“.

Wir haben auf jeden Fall etwas zu Essen bekommen obwohl es kein Restaurant sondern nur ein Café war. Mama und Tochter haben uns mal eben eine Meze-Platte gezaubert mit allerlei  Spezialitäten der Insel. Das fanden wir super. So haben wir 2,5h am Rande des Kirchplatzes im Schatten gesessen und das Leben an uns vorbei ziehen lassen. Das sind so die kleinen Erlebnisse, die für uns den besonderen Flair eines gelungenen Urlaubs ausmachen.

In Limassol durften wir den Koch eines sehr angesehenen Restaurants kennenlernen, der uns den ganzen Abend ganz liebevoll betreut hat. Er hat sich Zeit genommen die einzelnen Gänge zu erklären, uns kennen zu lernen, etwas Smalltalk, Weinberatung und letztendlich fragte er uns, ob er ein Foto mit uns machen dürfte (und nicht umgekehrt)……. hach, sooooo nett.
In Limassol in Ta Piatakia? Immer und immer wieder!!!! Danke Roddy Damalis!

Fazit:
Zypern? Gerne wieder! Anfang April/Mai oder erst wieder Ende September, sehr gerne. Ansonsten isses einfach sehr warm.
Einen anderen Ort als Pentakomo würden wir auswählen, jetzt nachdem wir auf der Insel unterwegs waren.
Ansonsten gibt´s nix zu meckern.


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