Die fantastische Küche Kythiras – Greek Cook Workshop mit Familienanschluß

Ich muss eingangs kurz umschwenken: Thank you Frank for this absolutely gorgeous experience to cook with a local woman. To learn from a greek Yaya was one the best workshops we ever did!
Much love to Chrysoula! ευχαριστώ πάρα πολύ!

Ach war das schön!
Wir haben uns für den Cook Workshop bei Frank (Pyrgos House) angemeldet und hofften, dass der Kurs stattfinden würde. Immerhin war die Saison so gut wie vorbei und es war ungewiss, ob die mindest geforderte Zahl von Interessenten sich melden würde.
Die erlösende Nachricht kam, der Kurs findet statt! Yeah!

Voller Vorfreude fuhren wir am nächsten Tag zum Treffpunkt und lernten die zwei weiteren Teilnehmer und Frank kennen.
Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Haus von Chrysoula. Im alten Stadtkern gelegen mit wunderbarem Innenhof, Granatapfelbaum, blühenden Pflanzen und Garten.

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Der Empfang war sehr herzlich. Wir saßen alle in Chrysoulas Wohnzimmer und wurden bewirtet. Während wir die inseltypischen Spezialitäten (in Sirup eingelegte Trauben und einen aufgesetzten Tsipouro) genossen, erklärte Frank den Ablauf.

Kurze Erklärung, Frank ist Holländer und spricht sehr gut griechisch und englisch.
Er übersetzte den ganzen Tag vom Griechischen ins Englische und umgekehrt, das war super! Die Rezepte (original zur Verfügung gestellt) habe ich im Text soweit vorhanden verlinkt.

Chrysoula erklärte welche Gerichte wir kochen würden und dass wir zuerst in ihren Garten gehen und die entsprechenden Gemüsesorten und Kräuter ernten würden. Und schon ging´s los. Die Gärten befinden sich nicht weit, direkt am  Ortsrand. Kythira ist eine grüne Insel mit reichlich Grundwasser und so hat jeder Garten einen Brunnen.
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Es ging steil bergab in den Garten, den einem das Herz höher schlagen ließ. Obwohl die Tomaten schon abgeerntet waren und nur noch Reste standen, war der Garten voll von wildem Amaranth, Kürbissen, Zucchini und Wildkräutern. Ein Traum.

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Die Bewässerung ist das wichtigste und so kamen wir in den Genuß, wie in alten Zeiten mit dem Eimer das Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen und in die Bewässerungsgräben einzuspeisen. Ein sehr kluges und einfaches System. Die Beete liegen tiefer und sind rundherum mit Gräben versehen, in die das Wasser aus dem Brunnen läuft.

Man macht das heute nicht mehr mit dem Eimer, sondern mit einer elektrischen Pumpe.

Ich fand es aber klasse zu erleben, wir anstrengend die Arbeit im Garten sein kann, wenn man eine ganze Familie ausschließlich mit eigenem Gemüse etc versorgt. Im Hochsommer muss das Bewässern 2x am Tag stattfinden. Es wird auch ausschließlich saisonal gekocht. Gekocht wird, was im Garten grad reif ist. Sehr gut!

Wir pflückten also noch Zucchini und Wildkräuter (Vlitha) für die Pie. Und weil mir die roten Fruchtstände des Amaranth so gut gefielen, hat Chrysoula mir noch eine ganze Tüte voll davon mitgegeben, damit ich die Samen auslösen und mit nach Hause zum Aussäen nehmen konnte.

Es gibt auf Kythira (und vermutlich in ganz Griechenland) noch eine Besonderheit, was die Gärten betrifft. Man geht niemals in einen fremden Garten. Das ist ein Aberglaube, dass der Neid die Früchte dann nicht mehr gut wachsen lässt. Irgendwie amüsant, aber man hält sich dran. Für das Ernten von Dionysos Minze (mit weniger Menthol) hatte Chrysoula die ausdrückliche Erlaubnis ihrer Nachbarin erhalten. Alle mussten warten während sie etwas Minze erntete. Weil Frank ihr vorher das mit meinem Blog erzählt hatte, rief sie mich dann zu sich und zeigte mir den Brunnen, die Ziegen und die Minze. Sehr nett.
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Mit vollem Korb ging es zurück in die kleine aber feine Küche.
Wir haben nach Anleitung schnippelt, gerührt, geknetet, gewürzt und viel gelacht.
Die Tips und Tricks einer erfahrenen Hausfrau sind doch die besten!
Zwischendurch reichte Chrysoula noch selbstgemachte Spezialitäten. Meinem Foodblog wollte sie unbedingt gerecht werden und uns mit etwas etwas Besonderem überraschen.

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Es gab Manourikäse aus der Pfanne mit Balsamico und Honig, sowie selbst eingelegte Sardellen, eigene Oliven und Brot . Wunderbare reine Aromen. Köstlich.

Zuerst wurde das Hackfleisch für die Keftedes zubereitet. Das Geheimnis ist, dass das Fleisch und die Gewürze und Kräuter gut ins Fleisch einziehen. Es sollte also mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen.
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Ein weiterer Tip, den wir defintiv beherzigen werden, ist, dass in die Fleischmasse ein Schuss Essig kommt. Der macht die Keftedes wunderbar fluffig und saftig….auch wenn die Fleischklöße kalt sind. Man schmeckt den Essig nach dem Braten nicht mehr!
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Für das Briam wurden die verfügbaren Gemüsesorten aus dem Garten verwendet. Wir erledigten die Schibbelarbeit alle gemeinsam und schon ging die riesen Form gefüllt mit aromatischem Gemüse, Gewürzen, Kräutern, Feta und reichlich Olivenöl  in den Ofen.
Zuerst mit Deckel, später noch ohne Deckel für eine schöne Kruste.
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Für einen gegrillten Auberginensalat (Melizanosalata) werden die Auberginen gegrillt. Es gibt 2 Möglichkeiten, einmal direkt auf der Gasflamme, einmal auf einer Art Grillrost, der auf die Gasflamme gesetzt wird. Der Duft der Auberginen ist unglaublich. Wenn die Auberginen gar sind, lässt man sie kurz abkühlen und entfernt dann die verbrannte Schale. Das Fleisch wird dann zerkleinert und Salz, Olivenöl und Petersilie hinzugefügt.

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Einfache Paprika wurden als weitere Beilage in der Pfanne gebraten, das ging ganz fix. Dazu braucht es nur etwas Olivenöl und Salz.
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Jetzt folgte der nächste Gang, die Spanakopita. Man kann die Pie mit allem füllen, was der Garten her gibt. Wenn keine Spinatsaison ist, werden Wildkräuter verwendet. Hierzu nimmt man sehr gerne den Amaranth (Vlitha) und weitere Wildkräuter.
Den Teig für die Pie bestand aus wenigen Zutaten. Dafür war das Verarbeiten zur fertigen Pie umso aufwendiger. Das Ausrollen geschieht mit einem Besenstiel der gefühlte hundert Jahre alt ist. Es gibt Kniffe und Tricks, um ihn ganz dünn auszurollen.

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Jeder durfte mal probieren. Am Ende hat Chrysoula den Teig auf die gewünschte Dicke gebracht. Gekonnt ist gekonnt! Ob der Teig die richtige Dicke hat, wird getestet, indem man unter den Teig pustet……wenn er flattert und Blasen wirft, ist er fertig.
Die Wildkräuter wurden mit den restlichen Zutaten vermengt, die Pie gefüllt und mit einem weiteren Teigstück verschlossen.

Bevor die Pie den Ofen kommt, wurde die Pie oben eingeschnitten (nicht bis auf den Boden!!!!) und mit einer Mischung aus Eiklar und Olivenöl bestrichen.
Ab ging´s in den Ofen!
Nachdem die Pie fertig und knusprig war (kleiner Trick, die Pie muss sich in der Form bewegen lassen, dann ist sie gar), wurden die zuvor eingeteilten Stücke durchgeschnitten und hochkant auf dem Teller platziert. Hochkant, damit der Teig zum Abkühlen knusprig bleibt! Direkt aus der Form, noch glühend heiß haben wir das erste Stück verputzt…..yummy!
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Übrigens, was ganz wichtig ist, jedes Gericht, welches in den Ofen geht, wird, bevor die Ofentür geschlossen wird, 3x bekreuzigt.

Und während wir noch so am Werkeln sind, schickt mich Chrysoula los, was zum Schreiben zu holen…..ganz fix hat sie mir noch ihr Rezept für Orangenkekse diktiert!
Natürlich teile ich es liebend gerne mit euch!
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– 1kg Mehl
– 1 1/2 Tasse Öl
– 1 Tasse Zucker
– 1 Tasse Orangensaft
– 1 Glas Cognac
– Abrieb von 2 Orangen
– Zimt
– 1 Tl Soda
– 1 TL Hirschhornsalz (Ammonia)
– 1 kleine Prise Nelken
Zutaten verkneten, formen und backen bei 180 bis 200°C ca 15min

Als nächstes haben wir uns wieder den Keftedes gewidmet. Es wurden kleine Kugeln geformt, in Mehl gewälzt und in reichlich Öl ausgebacken. Der Duft war so köstlich und die ersten Klöße haben wir direkt aus der Pfanne probiert.
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Zur Ergänzung gibt es noch einen einfachen Bauernsalat und einen sehr leckeren Salat aus Portulak, Gurken und Paprika.
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Der Tisch war für all die Leckereien schon fast zu klein.
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Auf der Veranda wurde der Tisch hübsch gedeckt und wir nahmen Platz.
Es gab dazu noch selbstgemachten Wein und schon begann die Schlemmerei!

Diese Aromen! Dieser Duft! Unbeschreiblich lecker und aromatisch!
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Und nachdem eigentlich schon gar nichts mehr ging, weil alle pappsatt waren, kam Chrysoula mit einer weiteren Überraschung um die Ecke. Einem wunderbaren Dessert Moustralevria aus Traubenmost, Mehl und Grieß, einer Spezialität aus Kythira. Mit Zimt und gehackten Nüssen bestreut, der absolute Hammer. Fruchtig und lecker! Das Rezept habe ich hier verlinkt, es ist nicht original von Chrysoula, deckt sich aber in etwa mit der Erklärung, die sie dazu gegeben hat.
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Es war ein wundervoller Tag! Als Erinnerung gibt es noch ein Bild von mir und Yaya Chrysoula!
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Ich mag sie sehr und ihre Art und Weise zu kochen ist eine Inspiration!
Man kann nur sagen, wenn sich die Gelegenheit bietet, am Leben der Einheimischen teilzunehmen und ihre Art zu Leben zu verstehen und zu würdigen, mach es! Es ist eine Erfahrung, die dir niemand nimmt!
Bei nächster Gelegenheit werden wir wiederkommen und  freuen uns auf ein Wiedersehen in der kleinen Küche, im kleinen Haus im Herzen von Potamos!
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Die Knifte: Eieiei mediterran

….klingt spannend? Isses!
Heute nutzen wir die selbstgemachten Antipasti und kreieren daraus einen kleinen Urlaub zwischen zwei Brotscheiben.

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Wir machen uns ein Omelette und verkleppern dazu Eier mit etwas Wasser, Salz und Pfeffer. In der Pfanne bei kleiner bis mittlerer Hitze stocken lassen, dann wenden und nur solange in der Pfanne lassen dass es noch schön saftig ist.
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Von den Antipasti ein paar Scheiben entnehmen, die Zucchinischeiben etwas zerteilen und auf eine Hälfte des Omeletts legen. Nochmal mit Pizza & Pastazauberei, All Arrabbiata würzen, zuklappen und schon kanns losgehen.
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Etwas Frischkäse auf die Innenseiten der Brotscheiben (Roggenmischbrot) ein paar Basilikumblätter drauflegen, das zusammengeklappte Omelette platzieren, Deckel drauf fertig!
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Sehr sehr lecker, würzig und saftig. Ein Hochgenuß!
logoPizza & Pastazauberei und  All Arrabbiata zur Verfügung gestellt von @spicebar

Die Knifte: Mozzarella – Antipasti

Tataaaaaaaa, ich stelle euch vor die Knifte deluxe:

 Antipasti

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Antipasti
Um es vorweg zu nehmen, du könntest Antipasti beim Feinkosthändler kaufen, es gibt auch teils brauchbares Conveniencefood beim Discounter, aber richtig lecker wird´s erst mit selbstgemachter Antipasti.
Das geht schneller als du denkst, du kannst es auf Vorrat machen, es hält sich im Kühlschrank.

Ich habe eine große Portion vorbereitet und hatte dazu: (Zeitaufwand mit schneiden und grillen / anbraten ca 1 Stunde, bei kleineren Portionen, die sich meiner Meinung nach nicht lohnen :0) reduziert sich der Zeitaufwand natürlich)

2 Zucchini
2 Auberginen
250gr Champignons
3 Paprika
1 Zwiebel

Die Zucchinis, Auberginen und Paprika in etwa gleich dicke Scheiben schneiden (2-3mm). Das ging ratzfatz mit ner Brotschneidemaschine. Geht aber auch von Hand, dauert dann etwas länger. Die Champignons und die Zwiebel habe ich von Hand geschnitten.

Die Marinade vorbereiten: (das gegrillte Gemüse muss von der Marinade gut benetzt werden, deshalb nicht zu wenig ansetzen)
Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, Pizza & Pastazauberei, All Arrabbiata
blog902blog907In der heißen Grillpfanne ohne Öl  das Gemüse von beiden Seiten anbraten, bis es schöne Grillstreifen hat. Noch heiß in die Marinade legen. Das geht recht zügig, zwischendurch mal das Gemüse in der Marinade wenden, damit die Marinade das Gemüse vollständig benetzt. Eventuell nochmal nachwürzen und weiteres Öl und Balsamico dazugeben.
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Das war´s auch schon.

Für die Knifte habe ich das Brot* dünn mit etwas Butter bestrichen, das hält frisch und es suppt so schnell nix durch.
Als geschmackliche Ergänzung kommen zuerst ein paar Blätter Rucola auf die unterste Scheibe, gefolgt von Mozzarella Scheiben, dann unsere Antipasti und dann der obere Deckel. Fertig!

* Hafervollkornbrot mit 3%Chiasamen (60% Hafervollkorn / 40% Weizenvollkorn)

In Frischhaltefolie oder Alufolie einwickeln und ab in den Kühlschrank für den großen Auftritt am nächsten Tag.

Na wenn das nix is……..

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Pizza & Pastazauberei und  All Arrabbiata zur Verfügung gestellt von @spicebar

Gartenparty!!!!

… aber mit gaaaaanz langgezogenem yyyyyyyyyyyyy!
So reagierte mein kleiner Neffe.
Die Ankündigung eines gemütlichen Grillabends mit Feuer machen und Garten Dekorieren, da war er ganz aus dem Häuschen.

Bis der Onkel nach Hause kam, musste noch viel vorbereitet werden. So einen Knirps kannste mit so süßen Kleinigkeiten begeistern und beschäftigen. Mit einer Hingabe hat er den Tisch gedeckt, Tischdecke ausgebreitet, Teller hingestellt, Besteck aufgeteilt, Sitzkissen auf die Stühle gelegt und die Sitzordnung festgelegt. ER sitzt neben seiner Tante, aber nicht weit vom Onkel entfernt. Die kleine Welt ist in Ordnung.

Und weil man zu einer Gartenparty auch Dekoration braucht, haben wir überall um den Sitzbereich die Gartenfahnen aufgestellt, bunt, in verschiedenen Größen. Lustig flatterten die Herzchen am oberen Ende der Fahnen.

Auch die Gartenfackeln aus Edelstahl kamen zum Einsatz. Ehrfürchtig (weil mit Petroleum gefüllt) hat der kleine Mann die Fackeln zum Blumenkübel getragen, damit ich sie in die Erde stecken konnte.

Der Grill wurde rausgefahren und weil man(n) beim Grillen ja auch was trinken muss, haben wir Flaschenhalterungen (mit Flaschenöffner) in die Wiese gerammt. Grillequipment wie Handschuhe, Zange, Anzünder, Kohle und Anzündkamin lagen auch schon bereit.

Jetzt fehlte nur noch das Grillgut und der Onkel.

Aus Rücksichtnahme auf meinen Neffen, habe ich wunderschöne vegan/vegetarische Spieße gemacht (no comment, braucht mir keiner einen Shitstorm lostreten, wir sind gegen vegane Kinderernährung!).
Als kleine Abwechslung wollte ich mal was ausprobieren und habe Soja Steaklis ins Auge gefasst. Mein Kollege hat die mal als vermeintliche „Schnitzel“ mit auf die Arbeit gebracht. Wir waren damals erstaunt, wie das doch lecker sein kann. Kein Frage: nur echte Schnitzel knallen!
Naja, jedenfalls hatte ich noch ne Packung von diesen Rohlingen.
Soja hat ansich ja keinen Geschmack, also musst du die Dinger in einer überwürzten Brühe kochen um überhaupt Geschmack dran zu bringen.
Die Dinger schwimmen in der Brühe und saugen sich voll wie Schwämme. Werden die überhaupt gar? Oder müssen die sich nur gescheit vollsaugen? Die Kochvorschrift sprach von 15-20min gar ziehen lassen…… naja.
Dann nimmst du die Schwämme raus, lässt sie kalt werden und drückst überschüssige Flüssigkeit raus. Der Vergleich mit dem Schwamm hat nach wie vor Bestand.
Mal kosten…… salziger Schwamm….. vielleicht wird besser, wenn man noch Gewürze dran macht und das Ganze auf den Grill packt?

Also mit Salz und Pfeffer gewürzt, ein Scheibchen Knoblauch drauf und zusammen mit etwas getrockneter Tomate gerollt. Sah nett aus, schnell einen Spieß zum Fixieren rein und weitermachen.
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Am Ende hatte ich
– Zucchini-Champignon
– Paprika – Süßkartoffel – Champignon- Zucchini
– Zucchini – Paprika
– Soja-Röllchen – Zwiebel – Paprika – Zucchini- Champignon – Spieße
Alle schön eingelegt in Olivenöl, Oregano, Pfeffer, Salz und Knoblauch……irgendwie musste ja Geschmack dran.
Und weil Grillen eben allen gefallen soll gab es klassische Fleischspieße, Bratwurst, und Chorizo-Spieße.
Ein Gemüse Foccacia und Nudelsalat mit Pesto dazu.
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Es war ein heißer Tag und weil Männer Spielkinder sind, hat Onkel für den Junior eine Wasserpistole gekauft….einen Super Soaker mit aufschraubbarem Tank (2l PET Flasche geht!).
Und weil Tante nicht doof ist, hat sie für die Verteidigung mal vorsichtshalber auch eine Wasserpistole besorgt….. ebenfalls Super Soaker aber mit großer Öffnung, damit man zum Wasser noch Eiswürfel geben kann…. fies, woll?

Es war eine Wasserschlacht vom Feinsten, laut und naß! Sie endete mit einem zwangsläufigen Klamottenwechsel….. erst mal Waffenruhe!
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Die nächste Männersache war das versprochene Feuer. Aus Sicherheitsgründen haben wir den mexikanischen Kamin hergenommen, es war ja überall brottrocken. Der Junior hat sich nicht dumm angestellt.

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Es schmeckte übrigens vorzüglich. Alles bis auf die Soja Dinger. Sie erinnerten an irgendwas zwischen Schwamm und Vliesstoff, fürchterlich! Junior mochte es…..na dann…
Vorzeitig mussten wir auch die Gartenfackeln entzünden, denn bis zur Dunkelheit hat es der kleine Mann nicht mehr geschafft. Völlig platt ist er ins Bett gefallen….schöne Träume mein Süßer!

Gehobene Landhausküche auf´m Dorf

Hochzeitstag, da darfs schon mal was Besonderes sein.
Wer hätte bei uns auf´m Dorf mitten im hessischen Outback vermutete, dass man mehr kriegt als Bratworscht unn Schnitzel……

„Der Löwe“ in Eidengesäß (jaja, ich weiß,  bescheuerter Name), warte, kommt noch besser, in Linsengericht, war schon immer eine bessere Adresse. Früher (so vor 30 Jahren oder länger) war es schon was Besonderes, da zum Essen hin zu gehen.

Über die Jahre hab ich das nicht mehr verfolgt, bis eine Kollegin vom Sonntagsbrunch schwärmte und dort auch mehrmals zum Abendessen dort war.
Warum nicht mal ausprobieren?
Tisch reserviert und los.
Parken im näheren Bereich des Restaurants? Fehlanzeige. Mitten im alten Dorfkern, direkt an der Hauptstraße , keine Chance.
Wir kurvten eine Weile um einen Platz für unser Auto zu finden. Egal.
Von außen sah das Restaurant gemütlich rustikal aus, kleiner Biergarten angeschlossen, ganz nett.
Und dann traten wir ein. Ich glaube, wir guckten beide ziemlich blöd aus der Wäsche. Wie sagt man so schön, das sah da aus wie die Omma unterm Arm. Sehr Landhaus, sehr rustikal, aber eher altmodisch, nicht, als hätte man das erst gestern so dekoriert. Hui, ok, dann erst mal einen Blick auf die Tische. Die waren schön eingedeckt, auch wenn man da mal nachbessern könnte, sollte, müsste…..

Die Bedienungen sehr freundlich, da gab´s nix zu meckern.
Jetzt saßen wir da und waren uns gar nicht mehr so sicher, ob das ne gute Entscheidung war. Es waren noch 3 Tische besetzt, und viel freie Kapazität. Im Verlauf des Abends kamen noch Gäste für 2 Tische …..
Vorsichtiger Blick auf die Teller der Nachbarn, sah gut aus, also mal die Karte kommen lassen.
Ich bin immer noch irritiert vom staubigen Putz an der Wand und dem ebenso angestaubten Ambiente.
Ein Gläschen Sekt vorweg mit Maikraut-Sirup, ja klar, zur Feier des Tages. Sehr lecker, selbstgemacht.blog212
Es wurde Brot mit einem Pöttchen Schmalz gereicht, für diese Region nicht unüblich, war lecker und das Brot wurde immer wieder aufgefüllt.
Die Speisekarte war nicht übermässig groß, war für uns ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass frisch gekocht wird. Für jeden Geschmack war aber auch was dabei.
Es folgte der „Gruß aus der Küche“: Eine Erbsenterrine auf Lachs, sehr lecker…..eigentlich.
Der Teller war viel zu kalt, was dem Mousse etwas den Geschmack nahm. Außerdem schmeckte es leicht nach Kühlhaus. Man hätte  es zum Lagern abdecken sollen.
Davon abgesehen schmeckte es gut. Ich fand die Farben sehr stimmig und Erbse und Lachs vertragen sich prima!
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Die Weinkarte war reichhaltig, man konnte allerdings nur deutsche Weine finden (oder ich hab was übersehen), was für uns nach dem Wochenende in Rüdesheim eher „naja“ war. Die Wahl fiel auf das südlichste, was wir orten konnten. Der Wein aber durchaus ok! Will ja nicht an allem mäkeln.
Wir entschieden uns für eine Vorspeise, die wir uns teilen wollten:
Spargel aus der Region in mehreren Varianten, als Spargelsüppchen im Weckglas, mariniert (köstliche Dressing mit Tomate), zweierlei Schinken, Ein Spargelmousse auf Tamezzini, knusprig frittiert mit Sauce Tartar.
Es war geschmacklich ausgewogen, schön kombiniert und sehr ansprechend angerichtet. Daumen hoch!
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Die Wahl der Hauptspeise fiel auf folgende Gerichte:
Seeteufel Medaillons an gerauchter weißer Petersiliensoße mit gehobelter Meerrettichspäne, auf Balsamico Linsen, Wirsingröllchen und gebutterten Kartoffeln.
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Von gerauchter Petersilie habe ich zwar nichts geschmeckt, aber die Sauce war ein Traum. Die Linsen wunderbar würzig, ein schöner Kontrast zu den feine Aromen von Fisch, Soße und Wirsing.  Den Meerrettich hätte ich vermutlich weg gelassen. Sehr schönes Gericht, Daumen hoch!

Ich hatte die Maispoularde mit knuspriger Haut, auf gebratenen Auberginen mit eine Limetten Knoblauch Soße, dazu Gnocci mit Tomate im italienischen Stil.
Auch hier war die Soße ein Traum, wenn ich die benannten Komponenten auch nicht wirklich rausschmecken konnte. Die Aubergine knusprig, die Haut der Poularde knusprig, die Poularde schön saftig, alles in allem eine tolle würzige Komposition von Aromen und schöne Texturen. Daumen hoch!
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So langsam war die Kapazität unserer Mägen am Limit. Ohne Dessert wollten wir allerdings nicht vom Hof reiten, zumal wir schon Teller bei den Nachbartischen gesehen hatten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.
Wir entschieden uns wieder zu teilen und bestellten Erdbeer-Schokoladen Schnittchen, Mousse au Chocolate, weißem Schokolade Espuma, frischen Erdbeeren und Rum-Eis.
blog200Das Erdbeer-Schokoladen Schnittchen war eine dunkle Bisquitrolle mit Erdbeerfüllung. Hätte man das nicht auch so schreiben können?
Ansonsten schmeckte alles stimmig, war frisch und wie wir finden wunderschön angerichtet.
Jetzt noch ein Espresso und wir waren durch.
Über die Preise möchte ich mich nicht auslassen, das kann jeder für sich entscheiden.
Ich fand es ok, es war definitiv (für das Dorf) gehobene Küche, völlig ok. Das macht man eben dann auch nicht jedes Wochenende.
Uns hat es gefallen, wir kommen wieder!

Vielleicht fasst sich ja jemand mal ein Herz und schmeisst den alten Kram raus. Weniger ist manchmal mehr. Frische Farbe an die Wände und mit freundlicheren hellen Farben dekorieren….. auch das geht rustikal. Denn rustikal heißt nicht gleich, dunkel wie im Bärenpopo……
In diesem Sinne, schönen Tach noch!

 

East meets West – Köfte Burger auf Reibeplätzchen

Wir sind gesegnet. Ja, du liest richtig. Nicht nur, dass es uns gut geht, nein, wir erfahren durch die zahlreichen ausländischen Mitbürger aus allen Herren Ländern eine Bereicherung unseres Genuß – Wahnsinns.
Beispiel: wer  Mal in einem türkischen Supermarkt Gemüse und Fleisch gekauft hat, weiß das zu schätzen. Das ist nix neues, aber leider gibt es immer noch Berührungsängste.
Kürzlich haben wir einen weiteren wunderbaren, von außen unscheinbar anmutenden Markt ausgemacht und sind dort direkt dem Einkaufswahn verfallen. Am liebsten hätten wir alles gekauft und ausprobiert. Wir lieben den Geschmack des Orients, die Gewürze und die Vielfalt von haltbar gemachtem Gemüse. Auch frisches Gemüse sieht hier einfach leckerer aus und wird immer wieder liebevoll in Szene gesetzt…da kannste bei R*** und E**** lange drauf warten.
Am besten finden wir die Fleischtheke. Sehr sehr appetitlich und pikobello sauber.
Wir haben unsere Liebe zu fertig gewürztem Rinderhack für Köfte (Frikadellen) entdeckt. Normalerweise kaufe ich weder fertig gewürztes Fleisch noch darf irgendwo Lamm drin sein.
Hier mache ich eine Ausnahme, denn das Fleisch ist so sensationell gewürzt, das kriegst du zu Hause vermutlich gar nicht so hin. Auch das Lamm schmeckt man nicht raus, was überhaupt DER Pluspunkt ist.

Im Regal fanden wir unter anderem noch gegrillte, marinierte Aubergine aus dem Glas. Ein Versuch war es allemal wert. Also haben wir das mitgenommen.

Zum Abendessen gab es quasi neumodische Fusion Küche, ein Brückenschlag zwischen good old Germany und der Türkei:

Mini Köfte Burger auf Kartoffel Reibeplätzchen mit Knoblauch-Joghurt Soße und gerillter, marinierter Aubergine
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Scheiße war das lecker!
Die Aromen passten fantastisch zusammen. Knusprig, saftig, würzig, lecker.
Die Aubergine aus dem Glas war neben dem Frikadellchen das Highlight. Sowas von lecker, da brauchte man nicht mehr nachwürzen, das schmeckte fantastisch. Davon MUSS ein Vorrat in den Keller wandern.

Die Joghurtsoße bestand ganz klassisch aus Joghurt, Knoblauch, Petersilie, Salz und Pfeffer. Die Aubergine habe ich ein wenig warm gemacht, die Reibeplätzchen (einen Eßlöffel Kartoffelmasse) ganz normal in der Pfanne in ordentlich Öl ausgebacken. Die Frikadellen bestanden aus einem Teelöffel Hack, was zur Frikadelle  oder Patty geformt war. Schön langsam in der Pfanne bei mittlerer Hitze appetitlich braun braten. Stapeln und genießen.

Ich kann nur jedem empfehlen, mal über den Tellerrand zu schauen und mal beim Nachbarn einkaufen zu gehen. Es lohnt sich!

 

 

Marmita – Skiathos, Greece

Ganz ehrlich, nur ganz selten ist es uns einen eigenen Post wert, wenn wir irgendwo ganz außergewöhnlich gut gegessen haben. Wir orientieren uns gerne an den Bewertungen von Tripadvisor und bewerten dort auch fleißig.
Das Marmita stand dort mit hervorragender Küche und moderaten Preisen ganz weit oben in der Liste und somit war die Entscheidung, da mal zu essen auch schnell getroffen.
Glücklicherweise  mussten wir nicht allzu lange auf einen Tisch warten. Wir saßen beim ersten Besuch direkt an der Ausgabe von der Küche und konnten somit den Service relativ genau beobachten. Respekt, trotz Hektik ein picobello sauber geführtes Restaurant. Zu erwähnen wäre auch noch das Ambiente.

Im maritimen Stil mit allerlei wunderbaren Kleinigkeiten aus der Küche von damals, liebevoll dekoriert. Der Innenhof mit Bäumen bepflanzt und mit zahlreichen Pflanzen bewachsen, Lichterketten und Lampen an den Zweigen, einfach zum Wohlfühlen.

Die Küche ist traditionell, aber mit dem gewissen Etwas. Sehr kreative Ideen, toll hergerichtete Teller, und vor allem: Lecker!
Hier mal unsere Auswahl beim ersten Besuch:
Vorspeise:
Zucchini und grüner Apfel in Zitrone mariniert, Apfel geschichtet mit Haselnüssen, in Zucchini gewickelt und mit Parmesankäse dekoriert.
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unglaublich frische Kombi, knackiger Apfel, die Süße des Apfels mit der Säure der Zitrone, das Salzige des Käses, Hammer Geschmackserlebnis

Fava, mit geschmorten Tomaten, Frühlingszwiebeln und Kapern20160601_211059

 

Sensationell, so fluffig und leicht möchte ich das mal nachmachen. Eine Geschmacksexplosion!

Hauptspeise:
Hühnchen (full pull) mit grüner Paprika geschmort, in einer Senfsoße und Kartoffeln20160601_213720

Ganz fein abgestimmte Aromen, die grüne Paprika geschmort (von Hause aus etwas bitter), die feine Senfnote, das saftige Hühnchen, ganz toll.

Kalb, geschmort mit Kartoffel-Millefeuille und einer Soße mit Wein von Samos20160601_213714

Das Fleisch zerging auf der Zunge, das Kartoffel Millefeuille war top gegart und passte perfekt zur unglaublich aromatischen Soße.

Nachspeise: (aufs Haus)
Joghurtcreme mit Minze und Erdbeer-Topping (ähnlich Marmelade)20160601_215751

Das ging wirklich nur noch mit Mühe rein….Sehr frische Note durch die verwendete Minze!

Wir konnten uns nur mit Mühe zurückhalten, den Teller nicht komplett sauber zu lecken um auch ja keinen Tropfen der Soßen zu verschwenden..
Der Absacker (Tsipouro) war unbedingt nötig und ging ebenfalls aufs Haus. Alles in allem war das ein echtes Erlebnis
Köstliche Aromen, tolle Geschmackskombis, handwerklich top, alles auf den Punkt gegart, definitiv einen zweiten Besuch wert.

So geschehen, wir reservierten vorab einen Tisch und freuten uns auf den zweiten Besuch.
Der Service war so um unser Wohl besorgt, dass man sogar Mückenspray an die Tische verteilt hat, damit man ungestört sein Essen genießen konnte. Aber das nur am Rande.
Vorspeise:
Rote Bete mit Orangenfilets, Avocado und Pistazien2016-06-09-20-23-25

 

 

 

Wunderbare Komposition

gegrillte Aubergine mit Tomaten und Feta gefüllt, frische Petersilie und Olivenöl
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Zarte Aubergine, saftige Tomaten und würziger Feta mit Frühlingszwiebeln und vielen Kräutern

Hauptspeise:
Schwertfisch auf geschmorten Tomaten und Zwiebeln
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Toller Fisch, exzellent zubereitet, wahnsinnig leckere Tomaten

geschmortes Schweinefleisch mit Honig-Senf Soße und Röstkartoffeln2016-06-09-21-11-48

 

Das Fleisch zart und saftig, zerging auf der Zunge, die Soße einfach nur fabelhaft

Nachspeise:
Joghurtcreme mit Minze und Erdbeer-Topping (ähnlich Marmelade), siehe erster Besuch

Obwohl dieses Restaurant mit gehobenem Preis bewertet wurde, können wir nicht sagen, dass es übermässig teuer war. Mit allen Gängen und Getränken kam man zwischen 55 und 60 Euro raus.
Zum Vergleich, in den vermeintlich einfachen Tavernen lag der Preis für 2 Personen zwischen 45 und 50 Euro.
Das Marmita steht auf unserer TOP Liste ganz weit oben und wir können es uneingeschränkt empfehlen.

Wer die Bottroper Schlachtplatte mit reichlich Fleisch, Gyros und Souvlaki, Bifteki  und fettigen Pommes bevorzugt, der muss sich nicht die Mühe machen hier her zu gehen.