Auberginen geröstet mit schwarzem Knoblauch Dressing, Joghurt und Pistazien

Wir waren ja mal in London im NOPI essen und haben Feuer gefangen für die ausgezeichnete Küche von Yotam Ottolenghi.
Keine Frage, in unserem Bücheregal findest du diverse Bücher dieses sympathischen Kochs aus Jerusalem. Auch im TV konnten wir seine kulinarischen Reisen verfolgen und uns Appetit auf mehr holen.
Lange Rede, kurzer Sinn, die Auberginen haben wir in London gegessen, für gut befunden und nachgekocht.
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Im Grunde ist das ein sehr einfaches Gericht, wären da nicht die Zutat „schwarzer Knoblauch“. Hä? Ja, so haben wir auch reagiert.
Schwarze Knoblauch ist fermentierter Knoblauch, eine ganze Zehe.
Im TV sagen sie, man bekäme das im gut sortierten Supermarkt. In London ganz sicher, aber nicht in Deutschland.
Gut, im Internet kannst du alles bestellen, aber es stört mich, dass man teils horrende Versandkosten hat.
Der Zufall wollte es und mein Mann kam von einem Geschäftstermin zurück, bei dem ihm ein kurzer Abstecher nach Holland möglich war. Im Gepäck 3 Packungen schwarzen Knoblauch.
Neugierig wie wir sind, haben wir eine Packung direkt geöffnet.

Die Knolle sah eigentlich normal aus, nur eben nicht weiß sondern eher etwas bräunlich. Kein Geruch nach irgendwas. Aber in der Haptik eher weich, als wäre der Knoblauch Gammel.
Beim Zerlegen der Knollen offenbarte sich sein wahres Gesicht.

Eine wirklich rabenschwarze Zehe, klebrig wie Teer, kam zum Vorschein.
Der Geruch erinnerte nicht mehr so penetrant nach Knoblauch sondern hat eher so eine Lakritznote.
Ach, und er klebt wie hulle.

Kommen wir zum Rezept. Kleiner Hinweis, wir haben Pistazien zum Anrichten benutzt, im original Rezept werden Pinienkerne verwendet.

Die Auberginen:
– Auberginen (5 mittlerer Größe)
– Olivenöl
– Salz

Auberginen halbieren und die Hälften in ca 3cm dicke Scheiben schneiden.
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Ordentlich ölen und auf Backpapier und einem Backblech rösten, bis sie goldgelb und weich sind. Wir haben das auf dem Grill gemacht. Das dauert bei 200 Grad so ca 40-50min. Danach abkühlen lassen.
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Das Dressing aus schwarzem Knoblauch:
– 1 Pack schwarzer Knoblauch (ca 40gr)
– 1 TL Granatapfelsirup
– 1 1/2 TL Harissa
– 1/4 TL Chiliflocken
– 2 1/2 EL Zitronensaft
– 1/2 TL Kakaopulver
Die Zutaten sehr fein pürieren und über die Auberginen geben.
Vorsichtig unterheben, die Auberginen sollen nicht so arg zerfallen.
Mindestens 1 Stunde marinieren lassen.
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Zum Anrichten:
– 150 gr Joghurt (ich mag den normalen 3,5% igen ganz gerne, der türkische ist mir zu säuerlich, aber das ist Geschmacksache)
– Salz
– Pinienkerne (geröstet) oder Pistazien
– Basilikumblätter

Einen Spiegel aus dem Joghurt auf den Teller geben, dann die Auberginen darauf anrichten und mit den Pinienkernen / Pistazien und den Basilikumblättern bestreuen. Fertig ist eine wunderbare Vorspeise, die ausgezeichnet mit Fladenbrot oder den dünnen persischen Fladen schmeckt.
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Auch als Beilage zu Gegrilltem eine wunderbare Ergänzung. Der Knoblauchgeschmack ist nicht so dominant  wie man vielleicht vermuten mag. Wir finden es auf jeden Fall super lecker und es erinnert uns wirklich an das fulminante Menü, welches wir im NOPI genießen durften.

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Bistro Besuch im Müller´s auf der Rü

Wir sind Wiederholungstäter.
Bei Groupon gab es wieder eine Gutscheinaktion und da der letzte Besuch im Bistro so sensationell war, haben wir wieder einen Gutschein gekauft.
Einzige Bedingung war unsererseits, dass wir einen Sitzplatz im Bistro haben wollten, Plätze an den Stehtischen waren beim letzten Besuch echt nicht so bequem.

Das Menü las sich wieder verdammt lecker.
Meine Wein Wahl fiel auf einen eisgekühlten Pino Blanc, der absolut köstlich schmeckte. Mein Mann entschied sich für einen Roten, der uns aber leider nicht sehr überzeugte…… es fehlte die Tiefe, wenn ihr wisst, was ich meine…… du trinkst den und der Geschmack ist weg.
Das Personal ist dort jung und trendig, was den Aufenthalt sehr angenehm macht. Ich komme gleich nochmal drauf zurück.

Vorspeise:
Salat a la „Nicoise“
Thunfischtataki / Jordan Oliven / Feta Käse aus Lesbos
Der erste Bissen und ich fühlte mich wie im Himmel. Das war ein absoluter Kracher.
Der Thunfisch war unfassbar lecker. Wer schon mal rohen Thunfisch verarbeitet hat, weiß, dass es nicht leicht ist, Geschmack an den Fisch zu kriegen ohne ihn zu übertünchen.
Was hier auf dem Teller lag, war eine echte Offenbarung.
Der Thunfisch ließ sich noch gut schneiden, zerging dann aber in einer Geschmackexplosion auf der Zunge. Ich könnte jetzt grad nochmal eine Portion verdrücken. Der Thunfisch  wird von allen Seiten kurz angebraten und anschließend abgeschreckt  und mariniert. Hammer! Zuerst dachten wir, er wäre geräuchert, weil er eine so feine Note hatte.
Im Salat befanden sich noch Kartoffelstücke, knackige Gurke (auch mariniert), Oliven, der Feta und ein Wachtelei. Alles in allem eine wunderbare Komposition. 10+ Punkte
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Hauptgang:
US Black Angus Stripe Lion
Cremige Polenta / geschmorte Salatherzen / Sour Cream
Das wichtigste zuerst: der Koch hat den gewünschten Garpunkt exakt getroffen!
Die geschmorten Salatherzen lagen auf einem Polentaspiegel, garniert mit der Sour Cream. Zum Steak gab es Kräuterbutter und einen Soßenspiegel, eine ganz tolle Jus, korrespondierend zum Beef.
Das Fleisch war butterzart und die Jus ein Gedicht.
Geschmorte Salatherzen und ich werden keine Freunde, ich finde Salat ohnehin langweilig  und das wird durch das Schmoren auch nicht besser. Mit der Sour Cream ging es so.
Die Polenta war lecker, davon hätte mehr auf dem Teller sein dürfen.
Das Fleisch top, die Beilagen, nur 8 Punkte.
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Dessert:
Limonentarte
Erdbeerragout / Limone-Basilikum Sorbet
Die Tarte hatte eine wunderbar cremige Konsistenz und schmeckte super frisch, passend zu den Außentemperaturen. Getoppt wurde das durch eine geflämmte Zuckerkruste oben drauf. Sensationell.
Das Sorbet war ebenfalls einzigartig. Der frische Limonengeschmack mit der feinen Basilikumnote, einfach lecker!
Das Erdbeerragout hätte es nicht gebraucht, passte aber ganz gut dazu. 10 Punkte
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Es war wieder ein tolles Erlebnis! Bei der nächsten Groupon Aktion sind wir wieder dabei. Aber wenn ich so drüber nachdenke, werden wir wohl nicht auf die nächste Aktion warten sondern ganz regulär dort essen gehen.

Ich möchte mich nochmal zum Personal äußern.
Die Jungs und Mädels sind super höflich und nett. Sehr aufmerksam und wissen, was sie auf den Tellern servieren und wie die Speisen zubereitet werden.
Einen negativen Punkt gab es dennoch.
Eine junge Dame verhielt sich aus unserer Sicht ziemlich anmaßend.
Als Foodblogger fotografiere ich mein Essen.
Die junge Dame meinte das kommentieren zu müssen („…erst mal fotografieren, wie die jungen Leute…..“) und das in einem Tonfall den wir absolut unpassend fanden. Ich war echt sauer……
Da hat die junge Dame noch viel zu lernen.  -10 Punkte