Pott-Garten

Ja nee, is klar. Im Pott is dunkel, grau, stinkt und es wird Kohle geschippt. Am Horizont siehst du in allen Richtungen dunkle Rauchfahnen aufsteigen und im Radio trällerts „Glück auf, der Steiger kommt“

Tja, typischer Anfängerfehler!
Hier ganz aktuell die Bewohner unseres Gartens, mitten im Herzen des Ruhrgebiets:20170721_124827_a20170721_124646_a20170721_120928_a20170721_121030_a20170721_121336_a

Der geschenkte Urlaubstag – Die Blogowskis on tour

Ich bin noch neu in der Gruppe. Beim ersten Treffen habe ich schon klasse Bloggerinnen kennengelernt und so konnte beim bevorstehenden Ausflug eigentlich auch nix mehr schief gehen, wir bewegen uns alle auf dem selben Weg.

Wandern am Baldeney See in Essen, ein Teil des Ruhrsteigs sollte es werden.
Jetzt wird der eine oder andere sagen „Wandern ? Im Ruhrgebiet? Is doch alles grau und schwarz!“

Nö, isses nich! Ich beweise es dir!
Die Wettervorhersage klang vielversprechend trotz der Unwetter der vergangenen Woche. Der Samstag rückte näher und ich freute mich wie Bolle, dass der Ausflug tatsächlich stattfindet.
Schnell noch das Wichtigste in den Rucksack gepackt (ohne Kamera wäre ne Katastrophe) und etwas Proviant (mein mann hat uns extra Kekse „für die Reise“ gekauft). Wanderschuhe in den Kofferraum geschmissen und weg war ich.
Unterwegs habe ich Maike eingefangen und es ging los Richtung Essen.
Die erste Hürde war  die nicht mehr existente Brücke in Kupferdreh (wird wohl erneuert),  über die uns das Navi vehement versuchte zu leiten.

Lange Rede, kurzer Sinn, irgendwann waren wir komplett. Leider konnten einige urlaubs-, zeit- und krankheitsbedingt nicht teilnehmen und so war die Gruppe mit 5 Leuten recht überschaubar. Kurze Vorstellungsrunde, Kontrolle des Equipments, Powerbank, Objektive, insbesondere des Schuhwerks…..alles für tauglich befunden (muahahahahaha) und die Wanderung konnte beginnen.
Um es vorweg zu nehmen, die Ausschilderung des Wanderwegs war im nachhinein etwas dürftig. Aber dank der Handynavigation  haben wir den Weg gemeistert.
Es ist genial mit der Gruppe unterwegs zu sein. Du kannst fotografieren, so lange du willst, keiner meckert, weil du an jedem Blümchen stehen bleibst. Du kannst am Handy drücken ohne dass sich einer als unhöflich bezichtigt. Du kannst dein Essen fotografieren ohne dir blöde Kommentare anhören zu müssen. Yes! Strike!

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Zuerst durchquerten wir ein modernes piksauberes Wohngebiet (sozialer Brennpunkt, wenn du verstehst, was ich meine) mit einem Aufstieg, der uns die Lunge aus dem Hals treten ließ, fröhlich überholt von einem netten Postboten auf seinem Drahtesel
Da gab es einen Spielplatz, den wir uns als Kinder erträumt hätten. So mit Seilrutsche und Kletterwand (Go Kaddy! Go Kaddy!) echt nett gemacht. Kleiner Hinweis, bei der Seilrutsche kommt man relativ leicht an die Kapazitätsgrenze….. davon zeugen tiefe Schleifspuren.

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Der Wanderweg hatte eine merkwürdige Streckenführung. 2x standen wir in einem vermeintlichen Privatgarten und in einer Hofeinfahrt um dann festzustellen, dass da tatsächlich der Weg weitergeht. So im Outback denkste ja echt, dass gleich ein Anwohner mit Schrotflinte hinter dir steht um sein Hab und Gut zu verteidigen. War nich so!

Der Weg führte uns durch unglaubliche Landschaft. Es mutete teils an als wären wir wirklich weit weg irgendwo im Dschungel. Mannshohe Grünpflanzen säumten einen sehr schmalen Trampelpfad, Brombeerbüsche kratzten am Lack und Brennnesseln ….naja, tut eben weh! Aber es war großartig. Der Weg führte meist durch den Wald und es duftete nach dem Regender vergangenen Tage und feuchtem Waldboden.

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Ein plötzlich einsetzender Regenschauer konnte uns nichts anhaben, wir waren geschützt durch das dichte Blätterdach, es war toll. Sofort kam die Sonne wieder raus und so blieb das den restlichen Tag. Knackige 29 Grad, eine leichte Brise, Traum Urlaubstag würde ich sagen.
Außer einer Vielzahl von Wildblüten, Blumen und Kräutern haben wir auch noch eine Blindschleiche gesehen und ein Reh. Soll  noch mal einer was gegen den Pott sagen.

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Irgendwann kamen wir wieder in die Zivilisation (Anmerkung: der Wanderweg verlief fast parallel zum Weg am Seeufer, nur etwas weiter ins „Landesinnere“) und liefen am Seeufer entlang. Hier war ordentlich was los, Wochenende und schönes Wetter, kannste dir vorstellen.
Das erste Ziel hieß „Haus Scheppen“. Pommesbude, Biergarten, Bootsanleger, Jachthafen und Laufsteg zugleich.
Sitzt du hier bei Currywurst-Pommes und Bier in der ersten Reihe, kannste was erleben.
Rentner beim Warten auf den Ausflugsdampfer, Motorradfahrer mit ihren schweren Maschinen, Familien mit Kindern und Porschefahrer mit der gefühlten Berechtigung „Parken in der ersten Reihe“. Sehr amüsant.

Kurze Stärkung mit Pflaumenkuchen und diversen Getränken. Wir nahmen das nächste Boot und senkten das Durchschnittsalter der Mitfahrer um viele Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte. Ganz bestimmt Jahrzehnte.
Hach, so eine Bootsfahrt ist schön. Vor allen Dingen, wenn du draußen im Schatten sitzen kannst, ein laues Lüftchen weht und  Sonne, Himmel und Wolken ein fast unwirkliches Bild zaubern. Ich würde sagen „Kitsch as Kitsch can“ So schön!
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SONY DSCIn Kupferdreh war unsere Fahrt zu Ende und wir machten uns mit knurrendem Magen auf den Weg ins Restaurant „Cavos“, direkt am Seeufer, wir hatten reserviert.
Von außen sah das Restaurant eher mäßig aus, dafür erwartete uns innen ein ziemlich stylisches und schickes Ambiente. Das Essen war toll und die Zeit flog nur so dahin.

Das Lokal füllte sich und wir amüsierten uns über die Gäste. Alle waren sehr gediegen und schick gekleidet, während wir mit verschwitzten Klamotten und Wanderlatschen eher nach Brotzeit aus dem Rucksack aussahen. Egal, wir hatten Spaß!

So machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Das war ein toller Tag! Danke Mädels, dass ich dabei sein durfte!
Und für alle Leserinnen und Leser, schaut mal bei den Mädels vorbei!
Flowers & Candies
The Black Wolf´s Den
Leckerbox
Kaddinator

DIY: Travelbook / Reisetagebuch

Die Vorfreude auf einen Urlaub ist ja immer auch etwas Besonderes.
Man plant und sucht sich Infos zusammen, recherchiert und vergleicht, bis es dann endlich zur Buchung kommt.
Das alles wird noch eine Runde spannender, wenn man nicht pauschal bucht sondern alles einzeln.
Wir mache so schon seit Jahren Urlaub und so ist jede Etappe einer Reise ein kleines Abenteuer.
Der Verlauf einer Reise, die Dokumentation der einzelnen Tage und erlebten Dinge, meist bleibt sowas auf der Strecke oder wird nur kurz eben in ein Notizbuch gekritzelt. Als Gedankenstütze und als Hilfe zum Zuordnen der Bilder. Dutzende Schmierbücher haben sich bei mir angesammelt, die ersten Seiten noch brav ausgefüllt in leserlicher Schrift und sehr ausführlich, zum Ende der Reise läßt das aber immer ganz deutlich nach, immer der Gedanke „schreib ich später auf“ und bei dem Vorsatz bleibt es oft auch ohne Ausführung…… Asche auf mein Haupt.

Beim Schlendern durch den Flughafen Düsseldorf sind wir bei „Remember“ hängen geblieben. Ein toller Laden mit bunten Accessoires und hauptsächlich grafischen Mustern. Dort gibt es sogenannte „TripBooks“, Reisetagebücher / Sammelbücher mit ungemein nützlichen Features.
Einstecktaschen zum Verschließen, große und kleine Fächer für Eintrittskarten, Boardkarten, Zuckertütchen, Gummibänder zum Fixieren, linierte und karierte Blätter, eben für all die Kleinigkeiten, die während einer Reise sonst in der Handtasche verschwinden und am Ende im Müll landen, weil sie verknickt, schmutzig oder gar kaputt sind.

Jetzt haben wir noch ein paar Wochen Zeit, bis es für uns wieder heißt „Koffer packen“.
Und mein Projekt lautet: gestalte ein Reisebuch !

Zuerst werde ich  mal in einen Schreibwarenladen gehen und schauen, was es an Sammelfächern gibt. Dann mache ich mir Gedanken um die Gestaltung der Seiten.
Werde sie mit Word vorfertigen, ausdrucken und abheften.
So mit Stempeln und Auszügen von Landkarten, Washi-Tape, kleinen Klammern….. da fällt mir so einiges ein.
Auch sollte man nachträglich noch Blätter dazu heften können, als Ergänzung. Das macht Sinn.
Das Cover, die Vorder- und Rückseite sollen auch etwas Besonderes werden. Vielleicht nehme ich ein Ringbuch „von der Stange“ und arbeite es um….. ich weiß es noch nicht, werde mal weiter nach Anregungen suchen und berichten.
Sehr hilfreiche Seiten findest du hier:
buchbindermeister24.de
google maps
Hier mal so ein paar Beispiele:

 

Rüdesheim am Rhein – Schlafen im Faß und Touristenschubsen vom Feinsten

Rüdesheim am Rhein. Klar, Asbach, Rüdesheimer Kaffee, Wein, Alkohol wohin man guckt. Was fällt einem noch so dazu ein? Touristen! In der Hauptsache Touristen asiatischer Herkunft und ältere Personen (70+). Klischee oder Realität?
Zuerst einmal muss ich die Lanze für die Region brechen. Wunderschön, wildromantisch, puppige Dörfchen, Fachwerkhäuser, Blumen und Gemütlichkeit. Es ist wirklich so!
Es war bereits das zweite Mal, dass wir mit Freunden dort waren. Wir waren alle schon in Kindertagen mit unseren Eltern dort, rümpften im Jugendalter die Nase, und haben die Liebe zur Heimat jetzt wieder neu entdeckt.
Vor 2 Jahren hatten wir ein Event gebucht, da waren wir im Knast-Restaurant Essen. Guckst du hier: Bollesje. Aber das ist ein weiteres Thema.

Im TV lief irgendwann mal eine Reportage über ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland. Angepriesen wurde das Übernachten im Weinfass im Hotel Lindenwirt in Rüdesheim. Das fanden wir originell und haben uns wegen einem Termin erkundigt. Da es nur ganze 6 Weinfässer gibt, ist die Warteliste entsprechend lang (wenn man an einem Wochenende dort nächtigen möchte). Und so buchten wir fast ein ganzes Jahr im Voraus!

Jetzt war es endlich soweit, unser Ausflug stand bevor. Die ganze Woche hatte es geschüttet, es war kalt und der bange Blick fiel auf sämtliche Wetter Apps, die das Netz zu bieten hat. Aufatmen, für uns sah es zumindest für den Samstag bestens aus. Sonnenschein und um die 20 Grad, nicht schlecht.
Wir fuhren zu viert los und tatsächlich schien die Sonne den ganzen Tag über bei frühsommerlichen Temperaturen.
Der Lindenwirt, unsere Unterkunft, befand sich unmittelbar an der Drosselgasse. Zufahrt zum Parkplatz im Hof war kein Problem, man hatte uns schon einen Parkplatz reserviert, sehr ordentlich, gut organisiert.
Das Einchecken war schnell gemacht, die Zimmer waren allerdings so früh noch nicht fertig, was uns nichts ausmachte. Zur Übernachtung im Weinfass hatten wir noch mehrere Arrangements gebucht, die uns das überaus höfliche und nette Personal erklärte.
Dazu gehörten unter anderem die Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn zum Niederwalddenkmal, eine Weinprobe in der Vinothek und abends ein 3 Gänge Menü im Restaurant Drosselmüller.

Wir waren früh dran und fuhren mit der Seilbahn hoch zum Niederwalddenkmal. Tolle Aussicht von da oben. Entsprechend dem schönen Wetter waren sehr viele Touristen unterwegs. Ein große Wanderung musste ausfallen, da unser Freund gesundheitlich angeschlagen war. Somit beschränkten wir den Ausflug ein Mittagessen im sich unterhalb des Denkmals befindlichen Restaurant und dem anschließenden Abstieg durch die Weinberge zurück nach Rüdesheim.
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Im Restaurant hatten wir Glück und ergatterten einen wunderschönen Tisch auf der Terrasse mit sensationellem Blick auf den Rhein. Die Speisekarte hatte allerlei deftige Leckereien zu bieten. Hessiche Käse Tapas waren genau das Richtige: Handkäs´mit Musik, Spundekäs´und Kräuter-Schafskäsecreme, serviert mit einer warmen Laugenstange, Gürkchen und Butter, sehr fein.
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Der Abstieg führte uns durch die Weinberge, was sehr schön war. Leider hatte das kalte Wetter der letzten Wochen den Reben arg zugesetzt. Die Vegetation hinkte deutlich hinterher.

Angekommen in Rüdesheim glich die Altstadt einem wimmelnden Ameisenhaufen. Touristen überall, Kitsch und Souvenirs, der Duft nach 4711, Rollatoren, Reiseführer, orientierungslose Touristen, es war echt krass.

Wir erinnerten uns daran, dass auf dem Marktplatz ein Pavillon stand, wo die Winzer ihre Weine ausschenkten. Das war unser Ziel. Angekommen, Pavillon zu. Kurzer Blick auf die Uhr, halb 2…..ok, also zurück ins Hotel (keine 3min zu Fuß),  Zimmerschlüssel holen, frisch machen, danach neue Versuch starten.

Wir holten also die Zimmerschlüssel und waren neugierig auf unser Quartier im Weinfass. Tür auf, auf den ersten Blick total niedlich, die Betten mit ihren rot-weiß karierten Bezügen rechts und links im Weinfass, in gut 1,20m Höhe (eben an der breitesten Stelle des Fasses). Erste Zweifel kamen auf, ob die Betten denn lang genug sind. Jetzt sind wir alle nicht die Größten bis max 1,75m…… und es wurde knapp.
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Nun gut, mal weiterschauen. An das Weinfass schloß sich ein weiterer Raum an, in dem sich eine große Sitzbank (vermutlich auch als Bett für größere Personen nutzbar), ein Schrank, ein kleiner Schreibtisch mit Sitzgelegenheit  an.
blog02Von dort aus ging es weiter ins Bad, was exorbitant groß war im Vergleich zum Fass und dem Rest. Voll ausgestattet mit Dusche, Waschtisch und WC, sehr modern, tiptop sauber, sehr ansprechend.
Ich persönlich war begeistert von den Details, mit denen die Räume liebevoll ausgestattet wurden. blog03Hinter der großen Sitzbank befand sich eine Wand aus rohen Brettern, die zusammen mit den verschiedenfarbigen Kissen einen schönen Kontrast bildete. Der Schrank war aus einfachen Fichtebrettern gefertigt und als Griff hatte man ein Stück Rebenholz angebracht. Sehr nette Idee. Die Sitzgelegenheit am kleinen Schreibtisch bestand aus einer Weinkiste, auf der ein rotes Sitzkissen lag.
Für mich ein sehr stimmiges Bild.

Wir starteten den mittlerweile dritten Versuch am Pavillon am Markt…… immer noch zu. Jetzt fragten wir in einem der umliegenden Geschäfte, ob der Stand denn überhaupt öffnen würde. Ja, würde er….. Wenn die Winzer Zeit haben, zwischen 14 und 16 Uhr….. ok,  also gingen wir noch eine Runde durch die Altstadt und hatten beim vierten Versuch Glück, der Stand hatte endlich geöffnet. Ein Tisch für 4 Personen war auch noch frei und so genossen wir in der Sonne sitzend und Weinchen schlürfend den Nachmittag bis zur Weinprobe.

GemäSONY DSCß dem Motto des Winzers Allendorf  „Save water, drink Riesling“ machten wir in modern, gemütlichem Ambiente unsere gebuchte Weinprobe. Es war sehr lustig und die Weine teilweise einfach Geschmacksache.SONY DSC

Unser Glück war, dass sich Weinprobe,  Restaurant und Unterkunft in unmittelbarer Nähe zueinander befanden, was es ungemein einfach machte, das eine oder andere Gläschen mehr zu trinken.
Im Restaurant hatte man bereits einen Tisch auf der Terrasse für uns reserviert. Zum Einstieg kredenzte man uns ein Gläschen Sekt, wobei uns nach einem einfachen Bier dürstete…….. nach so viel Wein musste erst mal ein Durstlöscher her :0)
Uns erwartete eine leckere rustikale Küche, die wie ich finde wirklich gut war.

Als Vorspeise gab es ein schöne cremige Spargelsuppe. Zur Hauptspeise wählten wir das Rumpsteak mit Kartoffelgratin, Pfeffersoße und grünen Bohnen.  Ausgezeichnet, geschmacklich gut  und das Fleisch schön zart. Fürs Dessert zogen wir um nach drinnen, draußen wurde es empfindlich kühl. Auf dem Dessertteller befand sich ein Schokotörtchen mit flüssigem Kern mit Sauerkirschen drumherum. Ein wirklich schönes und leckeres Menü, kann man gar nicht anders sagen.

Eigentlich wollte ich endlich mal einen richtigen Rüdesheimer Kaffee trinken. Am Nebentisch wurde 2 bestellt und die Zubereitung war schon alleine sehenswert, so richtig mit Anzünden und riesen Batzen Sahne…… auch will! Es ging aber nix mehr rein. Pappsatt haben wir uns zu unseren Fässern geschleppt und sind völlig erledigt auf die Pritschen gekrabbelt.
Ich mach´s kurz, die Nacht war der Horror. Die Betten zu schmal, man hatte ständig Angst raus zu fallen, was bedeutet hätte, du wärst aus der Nummer niemals unverletzt gekommen. Das Licht von draussen machte das Fass taghell, die Vögel waren so laut am zwitschern, wie man es sonst nur aus dem Camping Urlaub im Zelt kennt, wir haben kein Auge zu gemacht.
Das glorreiche Ergebnis war, dass wir bereits kurz nach 8 Uhr am Frühstückstisch saßen.
blog01Der Tag startete zwar mit geschundenen Knochen, aber mit einem super duper Frühstücksbuffet. Es gab alles was das Herz begehrt, sogar Sekt stand für die Gäste bereit. Sensationell lecker hergerichtet, mit viel Liebe dekoriert, Brötchen in Herzform, Kuchen, Wurst, Käse, Eier, Speck, Wurstsalat, Saft, Obst, Kaffeespezialitäten……. es war die wahre Pracht!
Da störte es auch keinen mehr, dass das Wetter mies war.

Unterm Strich hatten wir ein wunderschönes Wochenende, viel Glück mit dem Wetter, viel Spaß mit unseren Freunden und ganz lecker Essen.
Lindenwirt? Ja gerne, jederzeit, aber nie wieder im Faß!

 

Geburtstagssonntag

Mein Schwiegerpapa hatte Geburtstag.
Was schenkt man? Sehr schwierig. Bei meinen Eltern ist das einfacher, denn wir haben uns geeinigt, dass wir uns nix schenken sondern lieber Zeit miteinander verbringen. Wenn man älter wird, kommt irgendwann der Moment wo du realisierst, dass die gemeinsame Zeit endlich ist und du froh sein kannst, dass man noch schöne Stunden miteinander verbringen kann.

So ganz mit leeren Händen wollten wir auch nicht aufschlagen also habe ich gebacken.

Auf dem Trödel habe ich irgendwann die traditionellen Osterlamm und Osterhasenform erstanden. Jetzt war der Zeitpunkt da sie zu benutzen.
Die erste Hürde war das Rezept.
Auf der Pappverpackung war eines abgedruckt, leider teilweise unlesbar, weil rotes Klebeband drüber gepappt war. Auf der Schachtel befand sich aber auch noch der Hinweis, dass das Rezept auf der eigentlichen Form eingeprägt sei….. kurzer Blick, ja, da steht was…. ???? das stimmte aber nicht annähernd mit den Angaben auf der Pappe überein…. ja was´n jetzt…..
Ich hab beschlossen, mein eigenes Rezept zu nehmen und muss sagen, es hat sich gelohnt.

Teig

4 Eier
230gr Zucker
200ml Öl
200ml Orangensaft
Vanillearoma
100gr Dinkelmehl
200gr Weizenmehl
50gr gemahlene Haselnüsse
1 Pckg Backpulver

Eier und Zucker zu einer schaumigen Masse verrühren, die restlichen Zutaten unterrühren.
Der Teig ist relativ flüssig, deshalb ist es ratsam, die Form auszubuttern und mit Paniermehl zu benetzen. Das dichtet zusätzlich ab.
Bei der Füllhöhe darauf achten, dass der Teig noch aufgeht.
Die Menge hat für beide Formen gereicht, den Rest Teig habe ich auf kleine Pappkuchenformen und Muffinförmchen verteilt.
Noch ein Tipp, die Lamm und Hasenform nicht auf den Rost stellen sondern auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Das verhindert Schweinerei, wenn die Teigmenge doch zu groß ist.

Bei 160 Grad Umluft oder 180 Grad Ober und Unterhitze backen lassen. Stäbchenprobe nicht vergessen.

Abkühlen lassen und vorsichtig aus der Form nehmen.
Der Kuchen ist sehr fluffig und saftig. Mann muss etwas aufpassen, dass nix abbricht oder der Kuchen zerbricht.
Wer´s stabiler haben möchte muss einen kompakteren Teig nehmen.

Aber sehr, sehr, lecker war der Kuchen!!!!!!

 

Keep Calm …..

….and Carry On!

Wenn´s denn immer so einfach wäre.
Ich könnte laut lachen. Laut lachen, wenn Autofahrer  (die Generation meiner Oldies) sich über Verkehr beschweren. Damit meine ich die  versierten Autofahrer, die ihren Benz 2 x die Woche zum Supermarkt karren, 3x im Monat zum Arzt und die Apotheke. Die, die wenn sie auf die Autobahn fahren hoffnungslos überfordert sind, die linke Spur besetzen und mit 100km/h stoisch selbige verteidigen. Ein Blick in den Rückspiegel würde sie vermutlich erschrecken, genauso ist die Benutzung der Richtungswechselanzeiger, sprich Blinker, muss früher wohl Luxus gewesen sein. Millionen von Kilometern haben sie auf Deutschlands Autobahnen abgerissen und haben quasi schon alles gesehen und erlebt….. und Autofahren? ja das kannste von denen noch lernen….. ach, ganz vergessen hab ich zu erwähnen, dass die fahrbaren Untersätze natürlich groß und geräumig sein müssen und ordentlich Power unter der Haube haben….. ein ganz gefährliche Mischung.

Letzten Donnerstag dachte ich schon schwer über ein Diktiergerät nach, welches ich auf dem Beifahrersitz platzieren wollte. So viele kuriose Begebenheiten innerhalb eines 15km Staus auf der A45 hatte ich lange nicht.  Zu den gefühlten 20 Pannenfahrzeugen, es muss sich um ein Massensterben von Karossen jeglicher Baujahre und Fabrikate gehandelt haben, kam noch das Unvermögen, die Ignoranz und das Überschätzen verschiedentlicher Fahrertypen.
2 Teppichflieger, lässig die Fenster auf beiden Seiten runter gekurbelt, gestern noch Eselskarre, heute guckstdu3er….. nun denn, die jungen Herren haben ihren Richtungswechsel mit einem ungemein coolen Winken angezeigt. Kann man ihnen nicht übel nehmen, schönes Wetter , warm, immerhin haben sie den Richtungswechsel angezeigt. Funzte auch nur gut, weil mindestens 2 Personen im Auto befindlich waren.
Dann kam ein schwarzer Porsche. Der junge Fahrer, top gestylt und viel zu cool um mit zu stauen. Stau ist für Anfänger, dichtes Auffahren, abrupt bremsen, Motor aufheulen lassen,…..nur das Hupen hat noch gefehlt, Blinker rechts auf die Standspur an allen vorbei.
Schade, dass in solchen Momenten kein Ordnungshüter da ist…… aber wenn ich mal 3km/h zu schnell bin…..
Dann sind da noch unsere Freunde, die LKW Fahrer. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, es gibt sicher auch Ausnahmen, aber leider überschwemmt die osteuropäische Flotte unsere Autobahnen. Mit ihren Scherben einfach rausfahren ohne Blinker und das am liebsten am Berg, 10km um den Überholvorgang zu beenden, ja, das macht Laune! Vor mir hat mal ein russischer LKW in der Baustelle rechts sämtliche Barken rasiert, die Brocken flogen nur so. Ich war hinter ihm und hatte Glück, dass ich nix abgekriegt hab. Den hat das gar nicht interessiert, der ist einfach weiter gefahren……. trotz Schäden an seinem Laster. Was machste in so nem Moment? Polizei rufen? Was willste denen den erzählen? Willste dich mit einem LKW Fahrer behängen?

Der Porsche war grad weg. da kam der nächste Spacken…… im dicken Audi…… rechte Spur, linke Spur, rechte Spur, linke Spur….. es wurde einem ganz schwindelig bei dem geeier. Irgendwann meinte auch er, der Standstreifen sei für die Oberklasse…… Blinker rechts und an allen vorbei. Stau is eben nix für Anfänger.

Normalerweise wird bei hohem Verkehrsaufkommen nach der Brücke bei Hagen die Standspur zur zusätzlichen Fahrspur. Da aber die Sonne schien und es schön warm war dachten die Verantwortlichen sicher, man könne das schöne Wetter im Stau genießen und haben die Spur gar nicht erst auf gemacht. Das verstehe wer will.

Am geilsten sind jedoch die Fahrer, die sich beim Stauen mitten auf der Straße platzieren.
Viele der anderen Verkehrsteilnehmer stellen sich schon so , dass man im Notfall schnell eine Rettungsgasse bilden kann. Dann kommen so Strategen,  die am liebsten den freien Platz noch zum fahren nutzen würden. Die bleiben mitten im Weg stehen. So manches Mal möchte ich aussteigen und mal höflich ans Fenster klopfen und fragen, ob´s noch geht…… Dann siehst du aber, wie sich ein klappriges Geschöpf mit Mutti auf dem Beifahrersitz und Glasbausteinen auf der Nase  direkt hinter die Windschutzscheibe geschafft hat und denkst „nur weg hier!“.

Autofahren ist mittlerweile nix mehr für Weicheier und es geht mir schwerstens auf den Geist! Du könntest jetzt sagen „Fahr doch Bus und Bahn!“
Leider keine Alternative, was dem Schienennetz geschuldet ist.

 

 

Frühüüüüüüling!

blog0013Das Wetterchen war ja am Wochenende zum Eierlegen! Ausnahmsweise haben wir mal nicht im Keller gewerkelt sondern waren draußen, so richtig an der frischen Luft, haben die Sonne genossen, sind über diverse Flohmärkte geschlendert, haben Kaffee getrunken und uns einfach gefreut. Gefreut über die warmen Strahlen, das Vogelgezwitscher, das Leben, das sich jetzt endlich wieder nach draußen verlagert. Die Nachbarn saßen mit Kaffeebechern auf der Treppe vorm Haus in der Sonne haben gescherzt und gelacht, eine andere Nachbarin hat im Garten Beete angelegt, Frau K. werkelte an ihren Rosen, es war, als hätte man endlich die Türen aufgesperrt und alles drängt ans Tageslicht.
In der Sonne zu sitzen hat uns echt gefehlt. Wir haben aufgetankt!
Ich hoffe, dass ihr mindestens genauso gestärkt in die neue Woche geht!
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