Unterkunft mit Flair und ganz viel Herz

Wer kennt das nicht? Du suchst nach einer Urlaubsunterkunft und könntest verzweifeln, weil dich ca 95 % der Bilder nicht ansprechen und von den restlichen 5% vier nicht zu bezahlen sind.
Wie groß ist die Freude, wenn du feststellst, dass du, wenn du an der gebuchten Unterkunft ankommst und sie in Augenschein nimmst feststellst, daß du  quasi den Jackpot gewonnen hast.
Ja, das gibt es!

Wir kennen 3 Beispiele und ich habe lange überlegt, diese Kleinode der breiten Masse vorzustellen. Blöd wäre, wenn sie nach Veröffentlichung jetzt ständig ausgebucht sind und wir selbst keinen freien Termin mehr ergattern können. Nun ja, ich riskier´s einfach.

Zur Einleitung muss ich sagen, wir wählen ganz gezielt sehr ruhige Domizile aus, etwas weiter weg vom prallen Leben, wenn man je nach Ort und Insel überhaupt davon reden kann.

Ich beginne mit Kythera / Kythira, einer Insel zugehörig zu den Ionischen Inseln vor der Südspitze der Peleponnes gelegen.
Auf die Vorzüge der Insel bin ich schon eingegangen, jetzt möchte ich aber separat nochmal die Unterkunft vorstellen.
Aroniadika, ein kleiner Ort in der Mitte der Insel. Das Haus ist ein altes Haus, mit ganz viel Liebe zum Original und Detail aus Ruinen wieder aufgebaut. Es ist etwas verschachtelt gebaut und bietet 4 Wohneinheiten, die jede für sich sehr speziell sind.
Wir hatten das Vergnügen in 2 dieser Wohnungen / Studio unseren jeweils 2 wöchigen Urlaub zu verbringen.
Und während ich das hier schreibe, regt sich in mir der Wunsch sofort die Koffer zu packen und mich auf den Weg dorthin zu machen.

September 2016 – Das Studio:
Ein lichtdurchflutetes Studio von etwa xx m² mit großem Doppelbett, Küchenzeile, Sitzgelegenheit und Bad.
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Die Einrichtung lässt einem das Herz aufgehen. Schwedisches Möbelhaus trifft auf Designermöbel. Sehr freundlich und mit Liebe zum Detail, mit kleinen Kunstgegenständen, stimmiger Deko (keinerlei Kitsch), alles farblich abgestimmt und einem sensationellen Holzfussboden aus alten Dielen. Für die kühlere Jahreszeiten steht ein kleiner Kaminofen bereit, der behagliche Wärme spendet.

Direkt über die große Tür kommt man auf die private möblierte Terrasse. Sehr authentisch ist eine Bank aus Stein gemauert und mit Kissen ausgestattet, ein großer Sonnenschirm, Tisch und Stühle laden zum Verweilen ein. Man hat morgens die Sonne schon zum Frühstück und kann abends geschützt (je nach Jahreszeit) noch lange draussen sitzen.
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Ein wunderschöner Garten ist auch zur Mitbenutzung angelegt. Man hat einen wunderbaren Blick über die Insel Richtung Festland und kann in der Ferne Neapolis sehen. Ein kleiner Schwenkgrill stand uns auch zur Verfügung, so dass wir unserer Leidenschaft ungehindert nachgehen konnten.
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Die Ausstattung ist tip top gepflegt und sehr gut, es fehlt an nichts. Die Küchenzeile ist superschön gestaltet. Die Arbeitsplatte besteht aus Beton und ist massiv gegossen, geschliffen und eingelassen. Dazu passen die Schranktüren, die aus massivem Holz gefertigt sind und einen rustikalen Stil haben. Wir mögen das sehr. Von den Wandhaken bis zu den Regalbrettern passt alles zusammen und vermittelt ein rustikal modernes Ambiente.
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Die Möbel sind teilweise aus Metall und so gewählt, dass sie nicht klotzig daherkommen und das Gesamtbild stören. Eine wunderschöne Designer-Liege steht zum Chillen bereit, ein Bücherregal mit umfangreichem Lesewerk und vielen Infos über die Insel stehen bereit.
Ein kleiner Sekretär mit Stuhl steht am Fenster zur Terrasse und wird ergänzt durch gläserne Füllfederhalter und weiteren dekorativen Kleinigkeiten.
Es sind eben solche Details, die den Eindruck erwecken, als wärst du dort zu Hause!
Im ganze Studio hängen Bilder von der Insel, die ein Fotograf geschossen hat. Die Farben passen so unglaublich gut zum Rest, dass es eine wahre Freude ist.
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Über dem Bett hängt das obligatorische Moskitonetz, welches tatsächlich unabdingbar ist. An den Fenstern gibt es zwar Fliegengitter, aber die Drecksviecher finden immer ein Schlupfloch um dich zu malträtieren.
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Einen Fernseher gibt es nicht und wir haben ihn auch noch keine Sekunde vermisst.
Eine kleine Stereoanlage und eine gute Auswahl an Musik ist vorhanden, sowie ein paar Spiele, falls wirklich Langeweile aufkommen sollte.
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Es gibt zwar WLAN, das hat aber aufgrund der Bauweise des Hauses so seine Tücken.
Die dicken Steinmauern lassen das Signal nicht richtig durch und so gibt es nur einige wenige Stellen, die ausreichend Signal bieten.
Die Besitzer haben den Bereich am Eingang  als „Internet-Ecke“ mit einem kleinen Tischchen, Sonnenschirm und Stühlen ausgestattet. So lässt es sich aushalten.
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Der Innenhof ist wunderschön bepflanzt. Über ihn kommt man zum Studio. In der Hauptsache steht er der großen Wohnung zur Verfügung, darauf werde ich separat noch eingehen und berichten.

Nachdem ich jetzt so detailliert auf das Interieur eingegangen bin, möchte ich es nicht versäumen das Herz, besser gesagt, die zwei Herzen des Hauses vorzustellen.
Der Wohlfühlfaktor und die Herzlichkeit kommen nicht von ungefähr. Die Besitzer des Hauses sind zwei wahre Goldschätze.
Es bedarf schon mächtig Leidenschaft und Liebe zur Insel, um all die Mühe und Arbeit auf sich zu nehmen und es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen.
Annina und Andreas schaffen das spielend! Die beiden Schweizer kommen mehrmals im Jahr für ein paar Wochen / Monate auf die Insel.
Die beiden haben uns beim ersten Besuch direkt an der Fähre in Empfang genommen und zum Haus geleitet. Ein kleiner Snack auf der Terrasse, ein Bier, ein kurzer Plausch, der Rundgang und schon war es passiert, wir gehörten dazu. Die beiden sind so herzlich und übertragen die Begeisterung für die Insel sofort auf diejenigen, die offen dafür sind.
Man steht den Gästen mit Rat und Tat zur Seite, Empfehlungen für Wanderungen, Ausflüge oder Restaurants werden ausführlich gegeben und am Ende des Tages die Erlebnisse ausgetauscht.

Die Wohneinheiten sind so gebaut, dass man seine Ruhe haben kann. Passt die Chemie, wachsen die Wohneinheiten auf wundersame Weise zusammen und man kann die Zeit gemeinsam verbringen. Jeder, wie er es gerne möchte.

Ich hoffe, mit meinem kleinen Bericht ein wenig Interesse für eine doch relativ unbekannte Schönheit im Ionischen Meer zu wecken.
Umfangreiches Infomaterial findest du hier.

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Kurzfassung: Urlaub auf Kythira

– Anreise mit Condor, Abflug 5 Uhr morgens, nicht unsere Zeit! pünktlich, kein Comfort, dafür heftige Turbulenzen
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– Ankunft in Kalamata: pünktlich, Übernahme Auto
Auto: letzte, ich verbessere allerletzte Schrottkarre…..ob wir Automatik fahren können…ja wir können. I´m back in 10min.
Nach 20min steht das rote Luder vor uns…. !?! 3 verschiedene Lackfarben, Kampfspuren an allen Ecken, Lack löst sich auf der Motorhaube, Schaltgetriebe…… aber ein upgrade. Is jetzt ein größeres Auto, war kein anderes da…..???? wir müssen los, naja, fährt.

– Fahrt Richtung Neapoli, wo sich der Fährhafen befindet.
– Hotel, kurze Siesta, Fahrt (Ausflug) nach Elafonissos, Fähre pünktlich erwischt.
Den allseits gepriesenen Strand besucht und festgestellt, is nix für uns, zu viele Menschen, zu viele Touristen. Schnell wieder zurück aufs Festland.
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– Übernachtung, Tickets für die Fähre geholt, Überfahrt nach Kythira, sehr schaukelig

– Ankunft bei Annina und Andreas, herzlicher Empfang, kleines Mittagessen, Koffer auspacken, baden gehen
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weitere kurze erwähnenswerte Stationen des 12 tägigen Aufenthaltes:
– Grillabend mit den Vermietern und  anderen lieben  Gästen aus der Schweiz und Österreich, sehr griechisch, sehr lecker, sehr lustig… mit dem Deutschen Meister wollten alle mal grillen
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– sensationeller Cook Workshop mit Chrysoula, Veranstalter Frank vom Pyrgos House
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– sauberes, klares Wasser, wunderbare Strände, Sonnenschein
– Markt in Potamos
– faulenzen
– baden gehen
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– Tanzfest in Agia Pelagia, tolles Abendevent
– viele wunderschöne Dörfer, weitab der Hauptstrasse
– baden gehen, 27 Grad Wassertemperatur
– faulenzen
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– Probleme mit dem Auto, springt unzuverlässig an, kurzes Telefonat mit der Vermietung…… ihre Meinung, wir sind zu blöd ein Auto zu starten
– da die Abreise naht, kurzer Blick vom Profi auf unser Auto, der Schlüssel ist schuld, die Wegfahrsperre verhindert das Anspringen des Motors
– um ganz sicher zu gehen, den Flieger zu erreichen, Hotel umgebucht und direkte Fahrt zurück nach Kalamata  geplant
– faulenzen
– baden gehen
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– Auto springt an, schwerer Abschied von unserer traumhaften Unterkunft und den herzigen Vermietern, Fähre pünktlich
– beim Runterfahren von der Fähre macht uns jemand auf unseren Plattfuss aufmerksam, Danke, sehr nett, so eine scheiße
– runter von der Fähre, 1. Versuch das Rad zu wechseln…… Rad sitzt fest, brauchen Werkzeug (Hammer)
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– mit Plattfuß ca 1km bis zur Tanke eiern….. von schaurigem Geräusch eines sich auflösenden Reifens und einer geschundenen Felge begleitet
– hilfsbereite Jungs an der Tanke, kriegen den Reifen auch nicht runter, konnten grad noch verhindern, dass sie Bremsen und Achse abbauen….. sie hatten keine Ahnung vom Reifenwechsel
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– Anruf bei der Vermietung: das ist unser Problem, sollen neuen Reifen kaufen……. auf keinen Fall mit dem Notrad so weit fahren, kleiner Hinweis, es ist Sonntag!
– Fluchen, ich knie mich vor´s Auto und schlage mit dem Hammer beherzt von hinten an die Felge….der Reifen löst sich und wir ziehen das Notrad auf
– Notrad auch platt!
– Druck drauf und gegen alle Empfehlungen fahren wir los, 180km noch vor uns, maximale Geschwindigkeit 70km/h
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– schwitzen Blut und Wasser, immer wieder kurze Stops um den Reifen anzuschauen
– entscheiden uns für den kurzen Weg durch die Berge, mit dem Vehikel hätten wir die Autobahn nicht befahren dürfen
– landschaftlich tolle Fahrt! konnten nicht so richtig genießen, immer die Tachonadel, die Kilometer und etwaige komische Reifengeräusche im Blick/Ohr
– Ankunft in Kalamata, Hotel, Hunger
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– Stadtfest in Messini, zu Fuß ins Geschehen, lecker gegessen, Hotel, schlafen
– 2km Fahrt bis zum Flughafen, Abgabe um 8 Uhr geplant………Anruf bei der Vermietung ob auch wirklich pünktlich jemand kommt….natürlich!
– 10 nach 8 weiterer Anruf, wir checken derweil ein
– 8:25 Uhr die Vermietung kommt und schleicht 2x ums Auto…… Reifen ist kaputt! Yep, gut erkannt! Sonntags kriegt man keinen Ersatz! Yep, auch richtig! Die Kosten für den neuen Reifen werden von der Kreditkarte abgebucht….. yep, mach ma. Wir kriegen (so Gott will) das Geld wieder, weil wir eine Reifenversicherung hatten).
– Sicherheitskontrolle, einsteigen, Abflug Richtung Frankfurt, wieder null Comfort, dafür pünktlich
– Koffer holen, Transfer zum Parkplatz, Heimfahrt!
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Schöööööööööööööööööööööööööööön war´s! War ein geiler Urlaub! Echt jetzt!

Übrigens, nie wieder den Anbieter Dirent! Beschwerde bei Check24 folgt.

 

Ich packe meinen Koffer……

Ich packe meinen Koffer und nehme mit……. damals fanden wir das Spiel sehr lustig, hat es doch die Wartezeit im Auto vertrieben während man in den Urlaub fuhr.
Damals fuhr man noch mit Bruder und Eltern ins Allgäu, was schon sehr exotisch war.
Fernreisen (Italien mit dem Bus)  kamen erst viel später. Es wurde noch ordentlich Urlaub im eigenen Land gemacht. Und weißte was? Es war geil! Wir hatten Spaß!
Es war DIE Zeit unseres Lebens. Viele, sehr viele Jahre später erinnert man sich wieder dran und der Gedanke keimt auf „…. könnste auch ma wieder hin…“. Stattdessen können die Destinationen nicht exotisch genug sein, ganze Jahresbudgets werden in kürzester Zeit verprasst, „…is ja Urlaub!“
Aber ich schweife ab, das ist gut so, brauch ich mich nicht mit dem Gedanken befassen: was nimmste mit, was packste ein.
Und da isses wieder…… ich packe meinen Koffer….
2 Wochen im Süden, da kannste von ausgehen, dass du keine Gummistiefel und Regenhose, und auch keinen Norwegerpulli (sorry Islandpulli) benötigst. Ich muss schmunzeln, denn eine mir persönlich unbekannte aber unglaublich sympathische Blogger-Kollegin, Juli, hat ihre Fans und Freunde per Instagram auf ihre Islandreise mitgenommen. Ker wat schön!
Aber ich schweife schon wieder ab, so wird das nix mit feddich werden.
Trödel, Musik anmach, Handy gucken, ach ja, Koffer aus der Kammer holen…… wo kommt der Staub her? Naja, der sieht schon arg mitgenommen aus, hahahahaha, geiles Wortspiel. Kurze Inspektion, der hält noch ne Weile……
Da steht der rote Koffer, immer noch leer. Vielleicht braucht der Koffer auch einen Namen und lustige Kulleraugen?  Hihihihi…..
Das wichtigste hab ich schon zurechtgelegt, meine Kamera, Stativ  und das Ladegerät….. na immerhin.
Ha! Ein geiles Teil hab ich bei Xenos erstanden: eine Aufbewahrungsbox…..
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Mein Mann hat (wie immer) die Augen gerollt….er gibt erst später zu, dass das Ding cool ist.
Wir sind nämlich Meister im Verbummeln von Kleinteilen für die Kameras (Akkus, Ladegeräte, Speicherkarten, Kabel und Gedöns). Jetzt ist (hoffentlich) Schluss damit.
In die Box geht ordentlich was rein und vorne das „Objektiv“ ist eine weitere kleine Dose mit abnehmbarem Deckel (für Kleinkram). Ich war sofort ganz verliebt in die Box.
Koffer? Immer noch leer!
Puh, so ein Dachgeschoß ist echt im Sommer ne Zumutung. Ich muss was Trinken….. setz mich kurz auf die Couch. Bin eingenickt, jetzt geh ich ins Bett!
Koffer packen? Vielleicht morgen….. ganz bestimmt morgen!
Neuer Tag neues Glück, die Wäsche is noch nich trocken…… Käse! Draussen Höllentemperaturen und die Wäsche im Keller wird nich trocken….. ich bin zu faul gewesen den ganzen Kram raus zu tragen, das rächt sich jetzt. Also das Wichtigste bis zum Einpacken übers Balkongeländer hängen. Läuft! Darf´s jetzt nur nicht vergessen. Wie ich mich kenne, fahre ich weg und die nächsten 2 Wochen baumelt die Wäsche fröhlich für die Nachbarn am Geländer…….
Nix passiert, Klamotten eingepackt.
Ich schwöre mir jedes Mal, nicht soviel mitzunehmen. Wir machen ja keinen Urlaub mit allabendlichem Schaulaufen an protzigen Hafenpromenaden.
Wir sind eher die kurze Buxe und Latschen Typen. Kein Hotel sondern Ferienhaus. Bier und Schnaps statt Schampus und Gedöns.
Wo wir hinfahren interessiert es keinen, ob du innerhalb von 2 Wochen 2x dasselbe Shirt an hast oder so…..
Diesmal sieht es für die Kapazität meines Koffers gut aus, der Erweiterungsreißverschluß bleibt zu! Halleluja!
Nachdem ich jetzt meinen Spaß hatte, folgt der nächste….. der Koffer des besten aller Männer.
Jeden Urlaub das gleiche Spiel, gereizte Atmosphäre, Mann überfordert, keine Lust und eine nörgelnde Ehefrau, die ihn ständig zusammenscheißt warum er sich nicht längst über die Klamotten Gedanken gemacht hat.
Wie immer alles auf den letzten Drücker, und die Krönung ist das eine oder andere Kleidungsstück, dass es nicht rechtzeitig in die Waschmaschine geschafft hat.
Der Mann besitzt gefühlt 200 T Shirts, gut 50  passen gar nicht mehr, werden aber  als „noch gut“ betitelt und verbleiben im Schrank. Jedes einzelne wird aus dem Schrank gezerrt und anprobiert, geflucht und sich über die Qualität der Materialien beschwert (Shirts gehen permanent beim Waschen ein)…… Ich darf mich nicht aus dem Raum bewegen, jedes Stück muss ich kommentieren…. komme mir vor bei  Heidi Klum, fehlt nur „der Tasche muss leben!“.
Das Konfliktpotential ist hoch, verbal fliegen die Fetzen, bis dann irgendwann endlich auch der zweite Koffer fertig ist.
Er kümmert sich lieber darum, dass wir in der Ferienbude anständig WLAN haben und beginnt eine Materialschlacht an elektronischem Kram.  Männer halt.

Jetzt fahren wir unser Temperament wieder auf Normalniveau, trinken noch ein Bierchen, chillen auf der Couch, ein Tsipouro geht auch noch…… yammas!

Ich packe meinen Koffer…….. ja nee, is klar!

Gut gerüstet

4,5 kg Limetten für den Knüllerpreis von 4€. Da geht einem das Herz auf.  Augenblicklich hast du den Geschmack des Sommers auf der Zunge und hörst weit entfernt das Rauschen des Meeres. Dann kommt der Gong und du realisiert,  dass du dich auf dem schangelichsten  Markt befindest und das Rauschen des Meeres nur die Geräuschkulisse der brabbelnden Besucher ist.

Break,  kommen wir zurück zu den Limetten.  Was macht man mit 4,5 kg?

Jetzt kam mein Mann ins Spiel.  Wir lieben Margerita,  Caipi  und Co. Was liegt näher, als sich einen Vorrat an fertigem Limetten  – Zuckerwasser  Gemisch anzulegen.
blog017Hier das Rezept :

2 Teile Wasser
1 Teil Zucker
2 Teile Limettensaft

Das Gemisch heiß werden lassen und in sterile Gläser abfüllen.

Diesen Mix  kannst du für alles Mögliche verwenden,  mit Alkohol, ohne Alkohol,  für Limonade,  Margerita,  Caipi, Desserts oder Kuchen. …… was auch immer dir einfällt.

Zum Wohl!

Kithira, die Insel mit den 1000 Gesichtern

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Wenn du Party machen, abends deine Klamotten zur Schau stellen willst, dann kannst du hier aufhören weiter zu lesen.
Wer auf Ruhe, Erholung und Abgeschiedenheit steht, der ist hier richtig, der sollte unbedingt weiter lesen.
Kithera ist nicht so klein, die Bevölkerungsdichte aber sehr gering. Erstaunlicherweise ist der Gesamteindruck der Insel unglaublich gut. Aufgeräumt, ziemlich sauber, und der Zustand der Strassen besser als so manche hier in Deutschland.
Kithera ist eine vergleichsweise reiche Insel, dafür sorgen die Touristen aus Australien. Sehr viel Griechen sind wohl irgendwann mal nach Australien ausgewandert und kommen regelmässig nach Hause zurück. Sie sorgen wohl auch dafür, dass die Insel in diesem guten Zustand ist.
Auf die Insel zu kommen kann abenteuerlich sein. Unser erster Gedanke war, die haben einen Flughafen, also fliegen wir. Die Preise waren dann allerdings so teuer, dass wir uns eine Alternative überlegt haben. Zur Auswahl stand ein Flug nach Athen oder Kalamata und dann die Weiterfahrt mit dem Leihwagen zum Fährhafen Neapoli. Von dort aus geht regelmässig eine Fähre nach Kithera. Die Planung erfordert etwas Geschick, damit alle Daten passen, die Tickets gebucht und der Urlaub entspannt beginnen kann.
Unsere Route war Flug Frankfurt – Kalamata, Leihwagen Fahrt nach Neapolis (ca 200km, 3h), Übernachtung in Neapoli und Überfahrt am nächsten Tag nach Kithera. Das klappte sehr gut. Du kannst Kithera schon deutlich von Neapoli aus sehen. Dennoch dauert die Überfahrt etwas mehr als eine Stunde….. es geht sehr langsam vorwärts, ist aber landschaftlich unglaublich schön und nicht langweilig.
Näherst du dich dem Fährhafen Diakofti, verschlägt es dir beim Anblick des türkis schimmernden Wasser fast den Atem. Hier sieht der Strand aus wie Karibik. Ein toller erster Eindruck. Du fährst von der Fähre Richtung Inselinneres und denkst:  oh Gott, wo bin ich hier gelandet.
Karge Hügellandschaft begrüßt dich, die aber zur Mitte der Insel ganz schnell ihr Gesicht verändert. Man denkt, auf jedem Kilometer wechselt die Landschaft, sensationell. Von flachem mit Büschen besetzte Flächen wechseln mit Pinienwäldern und toskanisch anmutenden Landstrichen. Im Westen schroffe, steil abfallende Felsen, im Osten eher flacher werdend, und auf der ganzen Insel verteilt: Steine! Steinmauern, Steinhäuser, Steinhaufen, alte Steine, neue Steine, große Steine, kleine Steine, Steine wohin man schaut. Wir lieben Steine! Auf der Insel gibt es Geschichte! Steine! Erwähnte ich die Steine? Viele Steine! Ruinen, zerfallene Häuser an die sich „Neubauten“ schmiegen. Das Ganze hat durchaus einen bizarren Charakter. Lass dich drauf ein, du wirst nicht enttäuscht!

Es gibt einige größere Dörfer, die trotzdem sehr überschaubar sind. Eine Art Hauptstrasse zieht sich von Nord nach Süd, eine weitere von der Inselmitt nach Westen. Es empfiehlt sich vorort die  angebotene „Wanderkarte“ zu kaufen. Mit ihrem Maßstab 1:35000 sind auch kleine Wege eingezeichnet und man kann die entlegneneren Dörfer erkunden.
Die Karte gibt es beispielsweise südlich von Potamos in dem kleinen Supermarkt. In Chora haben wir die Karte auch gesehen. Der Zustand der Straßen ist zum größten Teil exzellent.
Jeder Ort hat seinen ganz eigenen Charme.
Nur als Beispiel, von Norden angefangen (es gibt noch so viele weitere Beispiele):
Platia Ammos: nicht weiter erwähnenswert, etwas Strand, ein paar kleine Boote
Agia Pelagia: der touristischste Ort, direkt am Wasser, Läden zum Flanieren, Tavernen in Hülle und Fülle, man kann direkt am Strand sitzen, Strand, Boote, Blick auf den Peleponnes.
Potamos: die heimliche Hauptstadt….. mini Dorfplatz, wunderschöne Kirche, ein paar Läden, Tavernen und Cafés, alles was man zum täglichen Leben braucht auf kleinster Fläche.
Aroniadika: die Mitte der Insel, denkmalgeschütztes Dorf (eines der ältesten), direkt an der Haupstrasse ein Kafenion, eine gute Taverne und ein großer Supermarkt. Wunderschöne Kirche und ziemlich zerfallene Häuser. Unser Quartier befand isch in diesem Ort. Aus einem Steinhaufen hat ein Schweizer Ehepaar ein wunderbares Feriendomizil geschaffen (www.kythera.ch).
Livadi: Richtung Süden, der nächstgrößere Ort, hier kriegt man auch alles
Mylopotamos: kleines Dorf, Taverne „Platanos“, stark frequentiert (teils Busse), Mühlental zum Wandern
Kithira/Chora: auf dem Bergrücken gelegen, tolles Kastro zum Besichtigen mit atemberaubendem Blick aufs Meer, schöner Dorfplatz, unbedingt dort Platz nehmen und einen Frappé bestellen. Hier kommen ganz oft Busse an, hier haben wir die meisten Menschen gesehen.
Kapsali: Anhängsel von Chora, allerdings am Strand gelegen, Tavernen
Avlemonas: kleines Dorf, Bilderbuchidylle, Postkartenmotiv, winzige Bucht, Tavernen
Diakofti: Fährhafen, ein paar Tavernen, Traumstrand, winzig klein

Wir finden, jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden und sich das aussuchen, was für ihn am besten passt. Was uns gefällt muss anderen noch lange nicht gefallen. Es gibt tolle Ruinen zu besichtigen, Paleochora oder auch Kato Chora, Windmühlen, Mühlen ansich etc
Man muss nur mal die Augen auf halten.
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Und dann wären da noch die Badegelegenheiten.
Die meisten  Strände sind verglichen  mit anderen Inseln super klasse zu erreichen.
Ausserhalb der Reisezeit sind sie menschenleer und das Wasser klar und wohl temperiert (September, 26 Grad). Hier kann sich jeder aussuchen, was ihm gefällt. Es gibt tolle Buchten zum Schnorcheln, dann wieder Buchten, die einfach nur klasse zum Schwimmen sind, es gibt Strände mit dicken Steinen, kleinen Kieseln oder auch etwas Sand. Je nach Windrichtung findet sich immer ein wunderschönes Plätzchen zum Sonne tanken und im warmen Wasser seine Bahnen zu ziehen.

Wir reisen prinzipiell ausserhalb irgendwelcher Ferien, so dass zum jetzigen Zeitpunkt (Ende September) die Insel wie leer gefegt ist. Man muss halt damit leben, dass nicht mehr alle Tavernen und Geschäfte offen sind, das Angebot ist aber dennoch ausreichend. Supermärkte und Tankstellen sind in genügender Anzahl vorhanden und ganz prima sortiert.
Große Hotelkomplexe sucht man hier vergebens. Den Tourismus würde ich als sanft und unaufdringlich bezeichnen.
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Die perfekte Insel um sich einfach treiben zu lassen !
Lausche dem Wind und den Wellen, denn das ist auf dieser Insel das lauteste Geräusch !

Für die Rückfahrt mit der Fähre empfiehlt es sich rechtzeitig die Tickets zu holen, wir hatten Glück, unsere Fähre war bereits ausgebucht und es gab glücklicherweise eine zweite Verbindung an diesem Tag. Behalte das mal im Hinterkopf. Die Abfahrtszeiten sollte man sich aktuell beschaffen, den Fahrplänen sollte man nur bedingt trauen.
Durch diesen Umstand kamen wir in Neapoli gegen Mittag an und hatten noch den ganzen Nachmittag um etwas zu unternehmen.
Ein weiteres Highlight ist die Insel Elafonossos, bekannt durch einen karibischen Strand.
Elafonissos ist von Neapoli nur ein paar Kilometer entfernt. Wir fuhren also zur Ablegestelle der Fähre, ließen unser Auto stehen und fuhren mal eben zum Essen auf die Insel… Dauer 10min, Prei 1 Euro pro Person.
Auf dem Festland waren nämlich alle Tavernen zu, auf der Insel waren noch einige offen und wir hatten Hunger. Über die Erfahrung in der ausgewählten Taverne  möchte ich mich gar nicht weiter äußern. Ich sage nur soviel, die lassen sich die exponierte Lage bezahlen, Tzatziki mit fettreduziertem Joghurt (klebt noch immer am Gaumen), schlecht präparierte Gavros (bitter, bäh), überzogene Preise ein Reinfall.
Egal, nach dem Essen fuhren wir wieder zurück um am Strand nochmal baden zu gehen. Wir waren auf weiter Flur alleine, das türkisblaue Wasser war so unwirklich, der Strand gleißend hell. das Wasser war…… arschkalt. Wir verwöhnt mit 26 G-27 Grad, rannten ins Wasser, in Erwartung der schönen Badetemperaturen, um dann festzustellen, dass das Wasser hier echt kalt war….. 22 Grad, es kostete echt Überwindung….. schön wars trotzdem.
Am nächsten Tag ging es dann von Neapolis aus nach Kalamata, wo unser Flug pünktlich Richtung Frankfurt abhob.

Zum Flug muss ich noch was loswerden: Condor, mach nen Haken dran. Billigflug hin oder her, das war echt unverschämt. Dass sie die Pappbrötchen verkaufen und für alkoholische Getränke Geld haben wollen sehen wir ja noch ein.
Auf dem Rückflug kündigte man an, es gäbe weder Kaffee noch Tee (kostenfrei), man entschuldigte sich auch. Aus Kulanz hätten sie ruhig Cola oder Limo ausgeben können. Nö, sie wollten 2,50 Euro pro Getränk. Also echt jetzt? Nee, dann ein einfaches Wasser, kostenfrei.
Wo soll das enden? Musst du dir demnächst einen Pappbecher kaufen und darfst dir dann Wasser auf der Bordtoilette zapfen?
Condor? Nochmal? Das müsste ich mir echt gut überlegen.

Alles in allem hat alles reibungslos geklappt. Wir sind gut erholt und hoffen, die griechische Gelassenheit noch ein wenig in den Alltag retten zu können.

Urlaubsküche: geschmortes Rindfleisch mit Auberginen

Das Rezept kannten wir von unserer Freundin Sofia, und es ist eines der Leibgerichte meines Mannes. Richtig ehrliche griechische Hausmannskost.

Es fing damit an, dass man uns den Markt ans Herz legte. Er findet einmal in der Woche, nämlich am Sonntag in der Stadt Potamos statt. Dazu muss man wissen, dass die Insel zwar nicht klein ist, die Ortschaften oder „Städte“ trotzdem übersichtlich sind. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich erwartet hatte, denn den Dorfplatz kannte wir schon und der war, sagen wir mal, sehr übersichtlich.
Egal, wir machten uns vormittags auf den Weg, denn das Parkplatzangebot war in der Stadt direkt begrenzt. Ein riesiger Parkplatz war vorhanden, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, dass er überhaupt jemals voll sein könnte (und wie ich mich irrte).
Wie erwartet bestand der Markt nur aus knapp 10 kleinen Ständen, nee, es waren 10 Tische. Feilgeboten wurden einheimische Produkte, Gemüse, Obst, Honig, Süßes, Schmuck, Bücher und bemalte Steine. Fertig. Wir genehmigten uns erst mal einen Frappé und betrachteten das Treiben, denn voll war es schon. Wir hatten das Gefühl, dass alle Leute, die uns auf der Insel mal begegnet waren, heute auch hier auftauchten. Das war witzig.
Letztendlich kauften wir Auberginen, Kartoffeln, Tomaten und beim Metzger noch Rindfleisch. Auf dem Rückweg stoppten wir im Supermarkt und kauften Rotwein für das Schmorfleisch.
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Zu Hause angekommen machte ich mich ans Werk, das Fleisch musste ja einige Zeit schmoren.
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Zutaten:
Rindfleisch (ich verlangte nach Fleisch für Stifado)
Zwiebeln
Tomaten
Knoblauch
Auberginen
Rotwein
Salz, Pfeffer, Zimt

Beilage: Hasselback Kartoffeln mit Rosmarin und Thymian,

Alle Zutaten habe ich in mundgerechte Stücke geschnitten und mit dem Rotwein im Topf angesetzt. Nachdem alles aufgekocht war, schmorte das Ganze zugedeckt für 1,5 Stunden. Die letzte halbe Stunde habe ich en Topf offen gelassen, damit die Soße ein wenig eindickt. So genau kommt es nicht drauf an, das Fleisch sollte nur schön weich sein.
Zum Schluß abschmecken.

Die Kartoffeln hatte ich vorbereitet, eingeschnitten, gesalzen, gepfeffert und mit Butter reichlich eingerieben. Mit Thymian bestreuen, Olivenöl dazu und in Alufolie wickeln. Anschließend im Grillfeuer garen, bis die Kartoffeln weich sind. Das dauert schon mal 45 bis 60min, je nachdem, wie groß die Kartoffeln sind.20160918_184147

Es war sooooooooooo lecker. Eine Soße zum Niederknien, das Fleisch zart und saftig…..
Kali Orexi!
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Völlig aus dem Tritt

Hach, seufz……. 2 Wochen Urlaub sind vorbei. Festplatte irgendwie formatiert, noch im Entspannungsmodus, denn einen freien Tag hab ich mir noch gegönnt. Sitze auf dem Sofa  und hab die Glotze an um festzustellen, dass ich TV überhaupt nicht vermisst habe. Die Schmutzwäsche wird den Weg in die Maschine im Laufe des Tages finden,  denke ich. Wenn nicht, dann evtl morgen.  Griechenland wirkt nach.

Die Stille fehlt, die Abgeschiedenheit,das warme Wasser und das Rauschen der Wellen.

Wir hoffen, die Entspannung noch ein paar Tage erhalten zu können, bevor uns der Alltag wieder voll und ganz in seinen Klauen hat.

Ich werde noch detailliert berichten,hier aber schon mal ein paar Impressionen.