Lefkada 2017, Traumstrände, Bergdörfer und der krasse Gegensatz

blog04Lefkada ist eine wunderbare Insel mit vielen Gesichtern. Die Westküste ist sehr ursprünglich, hier befinden sich auch die schönsten Strände. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sand, es ist einfach unglaublich. Jetzt im Juni hatte das Wasser so 24-25 Grad, also perfekt für eine Abkühlung.
Viele Strände sind bewirtschaftet, man findet dort kleine Tavernen und auch Liegestuhl- und Sonnenschirm Verleihe. Es gibt einige Hotels und trotzdem hat man nicht dieses Gefühl dass man von feiernden, gröhlenden Touris überrannt wird.
Vor 2 Jahren (2015) wurde die Insel von einem Erdbeben erschüttert. Die Nachwirkungen sind noch heute zu sehen, es ist eine der  wichtigsten Straßen zerstört, nämlich von Kavalos nach Pefkoulia Beach, durch die Schlucht vom Berg direkt ans Meer. Man muss jetzt halt einen Umweg fahren. Die Einheimischen glauben nicht, dass man die Straße wieder in Ordnung bringt. Das Geld fehlt. ohnehin
Auch die Hauptzufahrt zu 2 der schönsten Strände (Egremni und Gialos)  ist nicht passierbar. Zumindest an der Strasse nach Egremni Beach wird gearbeitet, sie soll bald fertig sein. Die Taverne am Strand ist auch komplett zerstört, ob da was gebaut wird konnten wir nicht rausfinden.
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Von der Küstenstrasse aus kann man den Strand bewundern, ellenlang und traumhaftes Wasser. Vermutlich hätten wir zu Fuß gehen können, das war uns aber zu anstrengend.
Die Auswirkungen diverser Erdbeben sind hier überall zu sehen.
Die Ortschaften oberhalb der Küste sind sehr romantisch. Schmale Straßen, bewirtschaftete Gärten, wunderbare Pflanzenwelt, kleine Dorfplätze, hier und da ein Kafenion, kleine Läden mit Obst und Gemüse, Bäckereien, kleine Kirchen, und überall freundliche Menschen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man sich grüßt, egal ob man sich kennt oder nicht. Die Menschen hier haben nicht viel. Viele Behausungen sind sehr ärmlich und baufällig. Man fragt sich unweigerlich, von was diese Menschen leben.
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Ein toller Ausflug ist die Fahrt zum Leuchtturm am nördlichsten Ende der Insel.
Eine sehr gut ausgebaute Straße führt dort hin. Von dort aus hat man einen mega Blick auf die umliegende Inselwelt.
Aber Achtung, die Fahrt zieht sich endlos. Die Distanzen zwischen den Ortschaften  sind nie sonderlich lang, aber durch die Bergelandschaft und die engen sich in Serpentinen schlängelnden Straßen muss man wirklich Zeit einplanen!

Im krassen Gegensatz dazu kommt die Ostküste daher. Ein Hotelkomplex reiht sich an den nächsten. Luxusresorts haben die schönsten Plätze für sich reserviert. Auf den ersten Blick scheint das alles ganz schön zu sein, den Strand direkt vor der Tür…..wenn du aber weißt, dass die Abwässer ungeklärt an der Ostküste ins Meer geleitet werden…….
Kali Bagno! (Gutes Baden!)
In Orten wie Nidri, tobt das (Touristen)Leben. Man hat sofort das Gefühl von Malle. Die Luft ist geschwängert von Sonnenöl- und Pommes-Duft. Es ist laut und an jeder Ecke eine Taverne, Bar oder Kneipe, tausende Souvenirläden und Minimärkte, die Luftmatratzen und Schwimmreifen, Eimerchen und Schippchen zum Verkauf anbieten. Hier kriegst du Sushi, Pizza, Pasta und Burger, und vielleicht auch noch ein typisches Touristen Gyros mit Fritten.
Nee, nix für uns! Der einzige Grund, warum man da hin muss ist die Tatsache, dass die Fähre nach Meganisi hier ablegt. Dazu später aber mehr.

Ich möchte nicht nur meckern, es gibt auch einige ganz nette Dinge zu erleben.
Gleich unterhalb von Lefkada Town kommt man nach Kariotes. Das ist noch ganz beschaulich und noch nicht  so ganz abartig touristisch.
Hier gibt es ein vorgelagertes Vogelreservat, einen Salzsee. Man kann auf einen relativ gut ausgebauten Strasse fast einmal Drumherum fahren….. aber nur fast, am Ende der Strasse muss man wenden und zurückfahren.
Es ist auch ein schöner Spazierweg, bei dem man Vögel beobachten kann. Dafür hat man eigens  einen Rastplatz angelegt. Umfangreiches Infomaterial findet man da und auch überdachte Sitzplätz für ein Picknick.
Wer sich für die Vögel nicht begeistern kann, dem gefallen vielleicht die zahlreich vorbeiziehenden Segelboote und Yachten. Hier verläuft die Hauptzufahrt wenn man von unten (Norden) Richtung Lefkada Stadt möchte. Oder eben von Lefkada Stadt an der Ostküste entlang Richtung Meganisi oder sonstwo hin.
Wie gesagt, es ist Geschmacksache.
Ein Abstecher von Kariotes aus Richtung Kolivata zum Kloster Agios Georgios ist auch empfehlenswert. Zum einen hat man von der bergauf führenden Strasse einen wunderbaren Blick und auch das Kloster ist wunderbar. Momentan ist es geschlossen, weil man es restauriert…… Allerdings konnten wir keine Arbeiten erkennen. Und wenn man rechts an der Klostermauer entlang geht, erreicht man einen Steinhaufen, wo die Maure eingestürzt ist. Ganz leicht kann man drüber klettern und ins Innere der Anlage gelangen. Nur noch durch die Maueröffnung quetschen und schon kann man die Architektur der Kirche und ein paar Gebäude bewundern. Die Kirche ist in gutem Zustand, alle anderen Gebäude sind eingestürzt und bedürfen noch ganz besonders viel Hingabe.

Zurück auf der Straße Richtung Süden kommt man in Ligia vorbei. Ein kleiner Hafen wo auch die Fischerboote ankommen. Hier soll man ganz gut Fisch essen können. Bestätigen können wir das nicht, weil wir nicht dort gegessen haben.
Je weiter man nach Süden kommt, umso verrückter wird das Leben da.
Wir sind weiter gefahren bis nach Mikros Gialos, einer wunderschönen Bucht. Hier war schon jede Menge los und so wollten wir nur auf einen Snack bleiben.
Für die Sportler unter euch, hier wird Standup Paddeling angeboten.
Wir setzten uns in eine Taverne, die erste, wenn man zum Strand kommt. Ich glaube, der Schuppen hieß „Del Mare“ . Es saßen viele Menschen drin…… deshalb fiel die Wahl auf dieses Restaurant.
Was soll ich sagen, wir waren sowas von enttäuscht von  Geschmack und Qualität des Essens.
Wir bestellen immer nur Meze (Vorspeisen) wie zB Tzatziki, Saganaki (Feta gebacken), frittierte Zucchini, Fava (Erbsenpüree)  und Brot. Das Essen war zum Weglaufen! Es hat nicht geschmeckt, der Kellner war unfreundlich, das Besteck schmutzig, wir haben nichtmal alles aufgegessen, haben bezahlt und uns geschworen, nie wieder Touri-Kneipe! Nix wie weg!

Fortsetzung folgt………

Hier kannst du weiter stöbern: Teil 1 / Teil 2 / Teil 4 / Teil 5

Ballonfahren – im Einklang mit der Natur

Ballonfahren – im Einklang mit der Natur

Um es vorweg zu nehmen, es war unglaublich!!!!!!
Es fing ganz banal an, meine Mum  hat zu Weihnachten einen Gutschein geschenkt bekommen. Ich wußte bis dato überhaupt nicht, dass sie sich dafür interessiert. Wir haben uns sehr für sie gefreut.
Ballonfahren, das wollte ich auch irgendwann mal machen, aber keiner wollte mit….jetzt die Gelegenheit, fährste einfach mit!
Oh jaaaaaaaaaaaaaaa, dass wäre cool. Der Winter zog sich und es war schwierig einen Termin zu finden. Eigentlich wollten wir eine Fahrt abends machen, es waren aber keine Termine greifbar, also einigten wir uns auf den Sonnenaufgang.
Genial, Termin stand, der Zeitpunkt näherte sich. Mein Mann und mein Vater hatten gemischte Gefühle, hoffentlich kommen sie heil wieder runter…… Weicheier!

Einen Tag vorher wurde nachgefragt, wann und vor allen Dingen ob die Fahrt stattfindet. Ja, die Fahrt findet statt, Treffen um 4:15 Uhr MORGENS!!!!! Das hieß aufstehen um 3:30Uhr. Ja Kacke, daran hatte ich ja gar nicht gedacht. Sonnenaufgang is ja in aller Herrgottsfrühe! Und im Juni  erst recht! Und auch noch sonntags……. uäääääääääääääh. Und die ganze Familie musste mit raus! Mamma, Pappa, mein Neffe, mein Mann und ich.
Es ging vom Treffpunkt zügig los Richtung Nidderau. Obwohl wir auf dem Land wohnen und schon viel rum gekommen sind, in dieser Ecke waren wir noch nie……
Mitten in der Pampa, auf einer Wiese nahe dem Waldrand. Waldrand? Ja passt das denn?
Ja, passt. Das Ballonteam Freigericht mit Volker und Peter fing mit den Vorbereitungen an. Man glaubt ja nicht, was alles zu tun ist, bevor sich so ein Ballon majestätisch gen Himmel erhebt. Und man unterschätzt die Dimensionen, wenn die Einzelteile, wie der Ballon ausgebreitet wird, der Korb in Position gebracht und der Brenner montiert wird.

Mit vereinten Kräften wurde alles zusammengebaut, Luft in den Ballon geblasen, die Brenner gezündet, und ziemlich zügig bläht sich die Hülle auf. Ratz fatz steht man ehrfürchtig vor diesem riesen Ungetüm.

Und ehe man sich versieht, stehen alle im Korb und lautlos und ganz sanft erhebt sich der Ballon in die Höhe. Man merkt das gar nicht, sensationell, wie schnell man an Höhe gewinnt und davon getragen wird. Man gleitet über Wiesen und Äcker, Wald und Dörfer, immer der Sonne entgegen, die in allerschönster Pracht ihren Auftritt hatte.

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Alleine durch das Zünden der Brenner wird diese himmlische Stille unterbrochen. Die Sicht war unglaublich. Man konnte die Skyline von Frankfurt in der aufgehenden Sonne sehr gut erkennen.
Wunderbar! Amazing!
blog710Die Dörfer erwachten ganz langsam, eine Frau im Nachthemd stand auf dem Balkon und winkte, eine sehr friedliche Atmosphäre.
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Unsere Verfolgerfahrzeuge sahen wir auch, Pappa, Menne und Neffe winkten. Ein tolles Erlebnis.
So einen Ballon zu steuern bedarf umfangreicher Kenntnisse über Thermik und dem ganzen Gedöns. Durch Verändern der Höhe, kann man Luftströmungen erreichen, die einen dann in die (hoffentlich) gewünschte Richtung treiben. Aber planbar ist die gefahrene Strecke nie!

Irgendwann haben wir zur Landung angesetzt. Es gab ganz strikte Anweisungen, wie man sich zu verhalten hat, wo man sich festhält etc. Die ausgewählte Wiese erschien uns sehr klein. Aber, passt!

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Der Korb setzte sanft auf, der Ballon ging nochmal kurz hoch, bis wir endgültig auf dem Boden waren. Jetzt war die Wiese pitschnass, blöd, wenn man den Ballon nass einpacken muss. Also hat uns Peter auf die so gut wie unbefahrene Straße  (der Vorteil eines Sonntagsmorgen am Arsch der Welt) manövriert und man konnte die Luft ablassen und die Ballonhülle trocken verpacken.

Auch hier haben wieder alle mit angepackt. Mein Neffe hat nur große Augen gemacht. Zum Fahren ist er noch zu klein. Er zählt aber schon mal die Jahre, bis er auch mal mitfahren darf!
Nachdem alles verstaut war, kam das nächste Highlight. Die Ballonfahrertaufe, die Erhebung in den Adelsstand, denn aus der Historie war das Ballonfahren nur dem Adel vorbehalten.

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Wir knieten nieder und es wurde eine feierliche Rede gehalten. Anschießend wurde der Adelstitel verkündet, mit dem Brenner eine Haarsträhne abgefackelt und mit Sekt abgelöscht.
Sehr schön!
Mit einem erhabenen Kopfnicken und einer zum Gruß erhobenen Hand  grüßt euch „Gräfin Silke als mutige Wolkenbezwingerin den lukullischen Genüssen auf dem Rost wohlgesonnen aufgefahren zu Eichen“.
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Für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, mal eine Ballonfahrt zu wagen, MACHEN!
Wenn du Bedenken hast wegen Höhenangst oder so, es ist etwas völlig anderes mit dem Ballon in luftige Höhen aufzusteigen als auf nen Baum zu klettern. Einer der Mitfahrer konnte das bestätigen, er hat die Fahrt sehr genossen und würde es wieder tun.

 

Lefkada 2017, es geht weiter….

Wie erwähnt, standen 2 Feiertage bevor und unsere Vorräte waren sehr überschaubar.
Am Sonntag, nachdem wir uns einigermaßen eingerichtet hatten, fragten die Vermieter, ob wir mit zum Dorf gehen. Sonntags würde man dort auf dem Dorfplatz grillen.
Grillen? Hömma, wird´s nachts dunkel? Ja klar würden wir gerne mitkommen….
Gesagt getan, machten wir uns zur Mittagszeit auf den Weg. Der Fußmarsch betrug nur wenige Minuten. Kavalos ist ein 70 Seelen Dorf in den Bergen. Es gibt da nicht viel. Ein Kafeneion steht am Dorfplatz und das fungiert als Poststelle (hier kommt alle Post an), Café, Kneipe, Gemischtwarenladen und irgendwo soll noch ein Friseurstuhl stehen….für den Fall der Fälle.
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Sonntags trifft man sich zum gemeinsamen Essen. Gegrillt werden Kokoretzi (Eingeweide), Frigandeli (Lammleber) und Schweinefleisch.

Lefkada15Wir, unwissend (ausser Kokoretzi) bedienten uns an dem unglaublich lecker aussehenden Fleisch. Hammer! Saftig, knusprig, würzig, es schmeckte wunderbar (ans Kokoretzi trauten wir uns nicht dran). So eine saftige, und zarte Leber hatten wir noch nie gegessen…und schon gar nicht vom Grillspieß.
Vielmehr gehen die Erinnerungen an ein graues totgebratenes Stück Schuhsohle, das man mit Kartoffelstampf und Zwiebeln zu retten versuchte. Nein, das hier, das war eine andere Liga!!!!! Ich erfuhr erst hinterher, dass ich Lammleber gegessen hatte. Da ich Lamm normalerweise nicht anrühre (das Lamm, der Stall, hurz!), war ich besonders erstaunt über diese Delikatesse, die mir fantastisch schmeckte . Lefkada18Das Schweinefleisch war ohnehin total lecker und dazu gab es das, was Spyros dazu brachte: Tzatziki, Fritten, Brot, Bauernsalat. Es war toll, man tauschte sich aus, die neusten Geschichten wurden erzählt, es wurde gelacht, gegessen und getrunken. Zum Bezahlen wurde kurz auf den Tisch geschaut und eine Zahl in die Runde geworfen….. man legt dann zusammen und fertig ist der Lack!
DAS war ein tolles Erlebnis! So dicht an den Einheimischen und ihrer Kultur, das war schon etwas Besonderes.

Pfingsten, große griechische Feiertage.
Am Kloster Faneromeni sollte ein Markt stattfinden, und man sprach von einem besonderen, gesegneten Brot, welches man zum Festtag dort an die Besucher verteilte.
Wir fuhren hin, es war ziemlich heiß und ziemlich viel los. Das Auto mussten wir am A…. der Welt parken, es war die Hölle los. Aus ganz Griechenland kamen Besucher, die alle Richtung Kloster strömten. Es war toll, Touristen waren nicht viele unterwegs.
Der Markt war sehr bunt und laut. Zu kaufen gab es alles, was der geneigte Haushaltsvorstand zu kaufen hatte, Goldfische, Schuhe, Haushaltswaren, Glöckchen für Ziegen und Basilikumbüsche in allen Größen. Basilikum hat in Griechenland eine besondere Bedeutung, hält es böse Geister fern. Man sieht das sehr oft an Kirchen und Klöstern, aber auch an den Haustüren der Einheimischen….. jetzt auch in unserem Garten!
Eine lange Schlange wartete vor dem Kloster um zu den heiligen Reliquien zu gelangen. Der Tip unseres Vermieters war genial, es gab noch einen Hintereingang, von dem man einen bombastischen Blick auf die Bucht hatte, und dort stand niemand an, denn es war einfach nur der Eingang zum Klosterhof.

Ganz wie es die griechische Tradition vorschreibt, bekamen wir von dem heiligen Brot, was köstlich schmeckte. Es hatte den Geschmack von Lebkuchen, Zimt und vermutlich die Zutaten Mahleb und Mastix (die griechische Hausfrau wird jetzt fett grinsen, der Deutsche mit den Schultern zucken).
In glühender Hitze verließen wir den Markt und das Kloster und schleppten uns bergauf wieder zurück zum Auto. JETZT war der perfekte Zeitpunkt für ein Bad im türkisfarbenen Meer.
Merke: an Pfingsten geht man dahin, wo auch die Griechen hingehen!


Fortsetzung folgt……..
Hier kannst du weiterlesen, wenn du magst.
Teil 1 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5

Lefkada – eine griechische Perle im Ionischen Meer…..wir kommen!

Dass wir Griechenlandfans sind, ist im Bekannten und Kollegenkreis ja hinlänglich bekannt. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Zielen und haben dabei schon viele Inseln bereist. Ja, es handelt sich eigentlich (bislang) immer um Inseln.
Am besten gefallen uns kleine, überschaubare Inseln, aber auch KretLefkada620a  finden wir schön. Wir bereisen die Inseln immer in der Vor- oder Nachsaison, wenn sich noch nicht so viele Touristen auf den Weg machen und das Klima erträglich ist.
Im Januar fiel die Entscheidung auf Lefkada.  Nie gehört, Google Maps versprach tolle Strände, das waren die ersten Infos.
So nach und nach haben wir uns weiteres Informationsmaterial beschafft, nach Flügen und Unterkünften geguckt.
(nachträglicher Hinweis vom Vermieter: fewo ist jetzt homeaway, die Bedingungen als Vermieter sind wohl sehr amerikanisch und wir hätte viel zu viel Geld bezahlt. Ausserdem arbeitet das Unternehmen mit deinem Geld. Im Februar gebucht, das Geld sofort per PayPal überwiesen, das Geld hat der Vermieter aber erst im Juni gutgeschrieben bekommen).

Da wir Individualurlaub machen, buchen wir Unterkunft und Flug, sowie einen Parkplatz am Flughafen und den Mietwagen separat. Das hat bislang immer gut geklappt, wenn man uns auch hin und wieder die Flugzeiten verändert und verschoben hat.
So war es natürlich auch wieder, die Zusatzkosten, die uns entstanden sind, reichen wir bei der Airline ein, in aller Regel erstatten die die Differenzen.

Die Zeit vor dem Urlaub zieht sich immer wie Kaugummi, bis es dann endlich ans Kofferpacken geht.
Und dann sitzt du am Flughafen und wartest, dass die Metallbüchse endlich Richtung Sonne abhebt.
Wir haben uns die Wartezeit so angenehm wie möglich gemacht. Ausgiebiges Stöbern in den Zeitschriftenläden, einen Cocktail / Bier in der Aperol Bar, Versenden der ersten Grüße an Freunde und Familie mit obligatorischem Deppen Selfie (ob der Alkohol schuld war?) und Diskutieren über das Schaulaufen Gottes großen Zoos.
Der DutyFree Shop schenkte eisgekühlten Hörnerwhisky aus (Juli, Prost!), die stylischen Schnapsgläschen (aus Plastik, aber wurscht) durfte man behalten….. cool, da kann man auch Tsipouro draus trinken, das wäre schonmal geklärt.

Der Flug (mit Thomas Cook) dauerte ca 2,5 Stunden, was eigentlich nicht so furchtbar lang ist…… außer, du bist annähernd 2m groß und deine Knie durchstoßen die Rückenlehne des Vordermanns. In Punkto Beinfreiheit ist der Flieger nicht in die nächste Runde gekommen. Sehr eng.
Und weil wir beim Thema sind, muss ich mich auch noch über den Service auslassen. Um es vorweg zu nehmen, das Personal war sehr freundlich. Sehr amüsant, dass die Chefin so arg lispelte, dass wir dem Wortlaut gar nicht mehr folgen konnten….. das war jetzt gemein, aber es war halt so.
Mittlerweile isses bei den Fliegern so, dass du für jeden Scheiß bezahlen musst……nee, ich glaube Klo ist noch für Umme….. eine Frage der Zeit.
Also was macht frau? Schmiert zu Hause lecker Kniften mit ordentlich Belag und nimmt sie mit. Ja, das darf man.
Auch dieser Flug ging vorbei und wir landeten auf einem kriminell kleinen Flughafen mit einer Start/ Landebahn ähnlich in Skiathos. Will heißen, die Bahnen starten am Wasser und enden am Wasser. Haste Pech, kriegste im besten Fall nasse Füße.

Das Auto bekamen wir relativ zügig, einen relativ neuen Peugeot 208, schöner Wagen, tadelloser Zustand. Auch so ein Glückspiel.
Koffer rein, Navi starten und los.
Preveza, so heißt die Stadt mit dem Flughafen, ist nicht so weit von der Insel entfernt, man muss ca 45min einrechnen, wenn man sich Zeit lässt.
Lefkada ist mit einer Ponton-Brücke mit dem Festland verbunden (lässt sich für Boote wegfahren). Ratzfatz biste auf der Insel. Es wurde schon dunkel, der Flug hatte sich ja von morgens 7 auf mittags 13 Uhr verschoben…… halber Tach war futsch.
Wir bremsten noch eben schnell in einem  Supermarkt rein und versorgten uns mit dem Nötigsten für ein Frühstück am nächsten Tag. Das war unser Glück, denn die nächsten zwei Tage waren alle Läden zu, wegen Pfingsten….auch in Griechenland Feiertage.
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An der Unterkunft warteten unsere Vermieter schon, sie wollten mit uns Essen gehen. Also schnell etwas frisch machen, warm anziehen (ja, es war ziemlich frisch) und schon waren wir auf dem Weg nach Karia.
Wir genossen auf der Platia ein wunderbares Essen bei „Eleni“. Tolle Hausmannskost und endlich ein kühler Schluck Bier. Wir lernten unsere Vermieter kennen, sehr sympathisch, der Funke sprang irgendwie sofort über.
So könnte ich mir meine Rente auch vorstellen: Häuschen im Warmen, ein halbes Jahr vorort, das Landleben und die Einfachheit genießen…… dafür hätte ich Zeit.
Am nächsten Tag inspizierten wir dann die Unterkunft genauer. Dafür hatten wir am Vorabend gar keinen Blick.
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Schönes Anwesen, schöne Wohnung, hell, freundlich, geschmackvoll eingerichtet. Die Besitzer haben ein gutes Händchen für einen sehr eigenwilligen Stil. Hier traf IKEA auf selbstgebaute  und aufbereitete Möbel, alte Möbel und Kunst.
Sehr gemütlich, sehr heimelig. Abgerundet mit einem Kaminofen, den wir (ohne scheiß) noch zu schätzen gelernt haben.
Das Anwesen liegt oben auf einem Berg mit sagenhaftem Rundumblick. Die angrenzende Schlucht sorgt dafür, dass hier oben immer  ein Lüftchen weht, ich korrigiere, es kann auch ganz schön stürmisch sein.
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Entgegen aller Vermutungen, war die Wochen vorher wohl eher mäßiges Wetter und die Ausläufer noch erkennbar. Tagsüber war es warm, keine Frage, kurze Buxe und Top, fertig. Abends jedoch ging es ohne lange Hose und Jacke draußen gar nicht. Jetzt kam der Kaminofen ins Spiel, Sofa, gemütlich prasselndes Feuer…..läuft!

Fortsetzung folgt……..

Hier kannst du weiterlesen, dir Appetit holen, dich amüsieren, träumen, den nächsten Urlaub anvisieren, oder, oder Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5

 

DIY: Blut und Wasser geschwitzt

Die Arbeitsplatte. Monatelang haben wir das vor uns hergeschoben, alle Baumärkte abgeklappert auf der Suche nach einem Design, dass dir nicht den Appetit verdirbt weil a) das Design aussieht wie hingekotzt
b) der Preis immens hoch ist.
Und weil das Projekt Keller Küche irgendwann mal zum Abschluß kommen sollte, haben wir uns im Bauhaus für ein mittleres Preissegment entschieden und tatsächlich auch ein Design gefunden, bei dem wir beide nicht in Tränen ausgebrochen sind.
Das Design sieht ein wenig aus wie Beton, hat „Kratzer“ und Schlieren und ist, wie ich finde, eine sehr dankbare Oberfläche und passt hervorragend zum Rest der Küche.
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Platte bestellt, ganz einfach neue Edelstahlspüle ausgesucht (die alte hätte jetzt das Loch für den Wasserhahn auf der falschen Seite gehabt), Ausschnitt für die Spüle vorbereiten lassen, Umleimer bestellt, Befestigungsmaterial geordert, 280 Euro, Ring!

Mein Mann hat mit einem Kollegen Tage später die zwei Platten abgeholt. Hier haben die zwei das erste Mal Blut und Wasser geschwitzt, weil die Platten gerade eben in das Auto passten. Eine unbedachte Bremsung und die Windschutzscheibe (neues Auto) hätte sich samt Rückspiegel verabschiedet und man hätte die Platten von der Strasse kratzen können.  Kurzum, es hat geklappt, die Platten lagen nun in der Garage.

Starkregen in den letzten Wochen, Kackewetter und Menne war nervös, dass die Platten Schaden nehmen, also schnell mit nem Nachbarn die Dinger in den Keller schlören und auf die Unterschränke legen ……

Jetzt war es soweit, die Chefin da und so nahte die Vollendung des Projektes Arbeitsplatte. Menne hatte sich ein Hightech Werkzeug beim Kollegen ausgeliehen, damit wir die Ausschnitte vernünftig sägen konnten. Zum Thema Markenwerkzeug muss ich mich ein andermal auslassen.

Die alte Herdplatte sollte rein. Jetzt war das Ding gut 2 Jahre ausser Betrieb. Funktionierte sie überhaupt noch? Also den Herd angeschlossen und getestet…..funzt! Prima. Ausschnitt anreissen, Führungsschiene platzieren und mit der Stichsäge aussägen. Das ging besser als gedacht und tatsächlich passte alles auf Anhieb.
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Das war noch der einfache Teil. Jetzt musste der Umleimer auf die äussere Kante. Ich mach´s kurz, das ist ein scheiß Arbeit. Wir habens hingekriegt, aber nur unter Verwendung sämtlichen auf dem Index stehenden Vokabulars.

Jetzt folgte Schwitzen und Beten Teil 2. Die beiden Platten mussten zusammengefügt werden. Menne wollte unbedingt Lamellos als Stabilisierung haben, hat er gekriegt.
Nach einigem hin und her und Suchen nach passendem Werkzeug und abklappern der halben Nachbarschaft, waren die Platten miteinander verbunden.
Ein Profi hätte das besser gemacht, aber wir waren stolz auf das Resultat. Man darf auch nicht vergessen, dass es sich um die Kellerküche handelt.

Jetzt haben wir den Ausschnitt für die Spüle noch fertig gemacht und beendeten unser Tagwerk hoch zufrieden.
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Gekrönt wurde der Tag nur noch mit einem Heimsieg, Platz 3 und dem Einzug ins CL Geschehen unseres Vereins, aber auch das ist eine andere Story.

 

Ich packe meinen Koffer……

Ich packe meinen Koffer und nehme mit……. damals fanden wir das Spiel sehr lustig, hat es doch die Wartezeit im Auto vertrieben während man in den Urlaub fuhr.
Damals fuhr man noch mit Bruder und Eltern ins Allgäu, was schon sehr exotisch war.
Fernreisen (Italien mit dem Bus)  kamen erst viel später. Es wurde noch ordentlich Urlaub im eigenen Land gemacht. Und weißte was? Es war geil! Wir hatten Spaß!
Es war DIE Zeit unseres Lebens. Viele, sehr viele Jahre später erinnert man sich wieder dran und der Gedanke keimt auf „…. könnste auch ma wieder hin…“. Stattdessen können die Destinationen nicht exotisch genug sein, ganze Jahresbudgets werden in kürzester Zeit verprasst, „…is ja Urlaub!“
Aber ich schweife ab, das ist gut so, brauch ich mich nicht mit dem Gedanken befassen: was nimmste mit, was packste ein.
Und da isses wieder…… ich packe meinen Koffer….
2 Wochen im Süden, da kannste von ausgehen, dass du keine Gummistiefel und Regenhose, und auch keinen Norwegerpulli (sorry Islandpulli) benötigst. Ich muss schmunzeln, denn eine mir persönlich unbekannte aber unglaublich sympathische Blogger-Kollegin, Juli, hat ihre Fans und Freunde per Instagram auf ihre Islandreise mitgenommen. Ker wat schön!
Aber ich schweife schon wieder ab, so wird das nix mit feddich werden.
Trödel, Musik anmach, Handy gucken, ach ja, Koffer aus der Kammer holen…… wo kommt der Staub her? Naja, der sieht schon arg mitgenommen aus, hahahahaha, geiles Wortspiel. Kurze Inspektion, der hält noch ne Weile……
Da steht der rote Koffer, immer noch leer. Vielleicht braucht der Koffer auch einen Namen und lustige Kulleraugen?  Hihihihi…..
Das wichtigste hab ich schon zurechtgelegt, meine Kamera, Stativ  und das Ladegerät….. na immerhin.
Ha! Ein geiles Teil hab ich bei Xenos erstanden: eine Aufbewahrungsbox…..
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Mein Mann hat (wie immer) die Augen gerollt….er gibt erst später zu, dass das Ding cool ist.
Wir sind nämlich Meister im Verbummeln von Kleinteilen für die Kameras (Akkus, Ladegeräte, Speicherkarten, Kabel und Gedöns). Jetzt ist (hoffentlich) Schluss damit.
In die Box geht ordentlich was rein und vorne das „Objektiv“ ist eine weitere kleine Dose mit abnehmbarem Deckel (für Kleinkram). Ich war sofort ganz verliebt in die Box.
Koffer? Immer noch leer!
Puh, so ein Dachgeschoß ist echt im Sommer ne Zumutung. Ich muss was Trinken….. setz mich kurz auf die Couch. Bin eingenickt, jetzt geh ich ins Bett!
Koffer packen? Vielleicht morgen….. ganz bestimmt morgen!
Neuer Tag neues Glück, die Wäsche is noch nich trocken…… Käse! Draussen Höllentemperaturen und die Wäsche im Keller wird nich trocken….. ich bin zu faul gewesen den ganzen Kram raus zu tragen, das rächt sich jetzt. Also das Wichtigste bis zum Einpacken übers Balkongeländer hängen. Läuft! Darf´s jetzt nur nicht vergessen. Wie ich mich kenne, fahre ich weg und die nächsten 2 Wochen baumelt die Wäsche fröhlich für die Nachbarn am Geländer…….
Nix passiert, Klamotten eingepackt.
Ich schwöre mir jedes Mal, nicht soviel mitzunehmen. Wir machen ja keinen Urlaub mit allabendlichem Schaulaufen an protzigen Hafenpromenaden.
Wir sind eher die kurze Buxe und Latschen Typen. Kein Hotel sondern Ferienhaus. Bier und Schnaps statt Schampus und Gedöns.
Wo wir hinfahren interessiert es keinen, ob du innerhalb von 2 Wochen 2x dasselbe Shirt an hast oder so…..
Diesmal sieht es für die Kapazität meines Koffers gut aus, der Erweiterungsreißverschluß bleibt zu! Halleluja!
Nachdem ich jetzt meinen Spaß hatte, folgt der nächste….. der Koffer des besten aller Männer.
Jeden Urlaub das gleiche Spiel, gereizte Atmosphäre, Mann überfordert, keine Lust und eine nörgelnde Ehefrau, die ihn ständig zusammenscheißt warum er sich nicht längst über die Klamotten Gedanken gemacht hat.
Wie immer alles auf den letzten Drücker, und die Krönung ist das eine oder andere Kleidungsstück, dass es nicht rechtzeitig in die Waschmaschine geschafft hat.
Der Mann besitzt gefühlt 200 T Shirts, gut 50  passen gar nicht mehr, werden aber  als „noch gut“ betitelt und verbleiben im Schrank. Jedes einzelne wird aus dem Schrank gezerrt und anprobiert, geflucht und sich über die Qualität der Materialien beschwert (Shirts gehen permanent beim Waschen ein)…… Ich darf mich nicht aus dem Raum bewegen, jedes Stück muss ich kommentieren…. komme mir vor bei  Heidi Klum, fehlt nur „der Tasche muss leben!“.
Das Konfliktpotential ist hoch, verbal fliegen die Fetzen, bis dann irgendwann endlich auch der zweite Koffer fertig ist.
Er kümmert sich lieber darum, dass wir in der Ferienbude anständig WLAN haben und beginnt eine Materialschlacht an elektronischem Kram.  Männer halt.

Jetzt fahren wir unser Temperament wieder auf Normalniveau, trinken noch ein Bierchen, chillen auf der Couch, ein Tsipouro geht auch noch…… yammas!

Ich packe meinen Koffer…….. ja nee, is klar!

Geburtstagskuchen für Onkel Rudi!

Unsere Verwandtschaft ist überschaubar, deshalb werden die Feste auch immer gefeiert.
Onkel Rudi ist 80 geworden!
Wir waren alle eingeladen, nur leider mussten mein Mann und ich absagen. Trotzdem wollten wir ihm etwas schenken. Was schenkt man, wenn jemand doch eigentlich alles hat?
Ein Kuchen!
Also habe ich ihm einen Kuchen fertig gemacht. Eine Torte war mir aufgrund der angekündigten tropischen Temperaturen zu heikel. Ein Rührkuchen geht immer und der kann ja auch nett aussehen……
Die Form ist die „Buch“ Form von Birkmann (das Rezept ist hier verlinkt, Teigmenge so wie beim  Blumentopf), mit Brombeermarmelade bestrichen, eingedeckt mit Marzipan, die Schrift mit flüssiger Schokolade und die Verzierung mit Buttercreme (mit Schoki in verschiedenen Nuancen eingefärbt).
Er hat sich sehr gefreut!
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